Verlängerung der Fotoausstellung „Dolmetscher und Übersetzer beim Nürnberger Prozess 1945/1946“ am Amtsgericht Fürth
Die Fotoausstellung „Dolmetscher und Übersetzer beim Nürnberger Prozess“ des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ), zeigt je nach Ausstellungsgröße bis zu 70 Bilder des amerikanischen Armeefotografen Ray D’Addario. Die Fotografien aus den Jahren 1945 bis 1946 dokumentieren die Prozessatmosphäre auf eindrückliche Weise und legen dabei das Augenmerk auf die Arbeit der Dolmetscher/innen und Übersetzer/innen. Die Ausstellung zeigt auf, was die Sprachmittler damals, so kurz nach dem zweiten Weltkrieg, leisteten.
Der Nürnberger Prozess zog sich vom 20. November 1945 bis zum 1. Oktober 1946 hin. 24 Angeklagte und mindestens ebenso viele Verteidiger standen Anklägern aus vier Nationen gegenüber. Vier Rechtssysteme mussten in vier Sprachen aufeinander abgestimmt werden: Deutsch, Englisch, Französisch und Russisch. Eine der großen Herausforderungen war dabei der Faktor Zeit. Es galt, schnell und effektiv in vier Sprachen zu kommunizieren.
Die Lösung bot ein neu entwickeltes Dolmetschersystem. Zum ersten Mal arbeiteten Dolmetscher gleichzeitig mit Hilfe von Mikrofonen und Kopfhörern. Beim Simultandolmetschen hört und spricht ein Dolmetscher gleichzeitig – eine intellektuell anspruchsvolle Leistung. Bis dahin war das zeitverzögerte Dolmetschen, auch „Konsekutivdolmetschen“ genannt, die Norm gewesen. Die Nürnberger Prozesse gelten daher als Geburtsstunde des Simultandolmetschens.
Der BDÜ-Landesverband Bayern konzipierte die Ausstellung im Jahr 2000 und verleiht sie sowohl in Deutschland als auch im Ausland. Ziel des Verbandes ist es, die Leistungen der Dolmetscher und Übersetzer bei den Nürnberger Prozessen hervorzuheben und die Bedeutung des Berufsstandes für die Justiz zu verdeutlichen. Die Idee und das Konzept für die Ausstellung wurden von Kurator Dr. Theodoros Radisoglou, staatlich geprüfter Dolmetscher und Übersetzer und Mitglied des BDÜ-Landesverbands Bayern, entwickelt.
Diese interessante Fotoausstellung war vor etlichen Jahren bereits in Regensburg zu sehen und ist damals von der Regionalgruppe Regensburg unter anderem auch mit einem Zeitungsinterview begleitet worden.
Momentan ist die Wanderausstellung im Amtsgericht Fürth zu sehen und wird zur großen Freude vieler Mitglieder des Bundesverbands der Übersetzer und Dolmetscher nochmals verlängert.
Die Ausstellung ist nun bis 13.03.2026 während der üblichen Öffnungszeiten des Amtsgerichts Fürth zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.
Die Ausstellung ist für Besucher während der Öffnungszeiten des Gerichts frei zugänglich.
Im Eingangsbereich des Gerichts finden – wie an allen Gerichten – aus Sicherheitsgründen Personen- und Taschenkontrollen statt. Dies sollten Besucherinnen und Besucher bei Ihrer Zeitplanung auf jeden Fall berücksichtigen.
Natürlich kann die Ausstellung auch ohne Führung besucht werden.
Die Veranstalter freuen sich auf Besucherinnen und Besucher sowie den Austausch mit den Mitgliedern des BDÜ.