Osterbräuche rund um die Welt

Osterbräuche rund um die Welt

Die Osterbräuche auf der ganzen Welt unterscheiden sich stark voneinander, doch alle verbinden christliche Traditionen der Auferstehung mit Frühlingsritualen. Während im deutschsprachigen Raum der Osterhase Eier versteckt, gibt es weltweit bunte Unterschiede: Wasserschlachten in Polen, Verkleiden als Hexen in Skandinavien, Eierrollen in Schottland und riesige Omeletts in Frankreich sind typische Bräuche in der Osterzeit.

Irland

Eine Beerdigung für einen Fisch? Was ziemlich seltsam klingt, lässt sich leicht erklären – vor dem Hintergrund der Fastenzeit, die zu Ostern endet. Nach christlicher Tradition wird während der Fastenzeit kein Fleisch gegessen, höchstens Fisch. Es ist also eine harte Zeit für alle Metzger, deren Umsätze während der Fastenwochen sinken. An Ostern darf endlich wieder Fleisch auf den Tisch, und die Iren freuen sich so sehr darüber, dass der Hering umgehend beerdigt wird. Meistens wird dies sogar von den örtlichen Metzgern organisiert, die sehnsüchtig auf das Ende der Fastenzeit gewartet haben.

Australien

Ostern ohne Osterhasen? In deutschen Kinderzimmern ist das nicht vorstellbar. In Australien hingegen ist der Osterhase nicht besonders beliebt – eingeschleppte Kaninchen wurden zu einer Plage, sodass der Hase einfach nicht mehr den Anforderungen entspricht – dort ziehen es die Menschen vor, dass ein anderes Tier die Eier versteckt: der Kaninchennasenbeutler, in Australien als „Bilby“ bekannt. Einst fast in Vergessenheit geraten, hat sich das Bilby in den letzten Jahrzehnten zu einem echten Trendtier entwickelt und erfreut sich in Form von Schokoladen-Bilbys großer Beliebtheit.

USA

In den USA hat die Ostertradition höchste Priorität – eines der beliebtesten Ereignisse, das „Easter Egg Roll“, findet direkt im Weißen Haus statt. Jedes Jahr am Ostermontag wird dort eine Veranstaltung für Kinder organisiert, bei der sie sich im „Egg Roll“ versuchen können: Dabei müssen sie hartgekochte Eier mit einem Löffel über eine bestimmte Strecke rollen. Bereits im 19. Jahrhundert wurden auf dem Capitol Hill und anderen einladenden Grünflächen in Washington, D.C., Eier gerollt, bis diese Praxis 1870 verboten wurde, um Schäden am Rasen zu verhindern. Im Jahr 1878 lud der damalige Präsident die Öffentlichkeit jedoch zu einem Egg Roll im Weißen Haus ein und führte die Tradition damit als eigenständige Veranstaltung fort, die sich bis heute großer Beliebtheit erfreut.

Spanien

In Spanien als einem traditionell katholisch geprägten Land gibt es verschiedene Bräuche und Traditionen zur Feier von Ostern.

Prozessionen sind typisch für Spanien und werden oft von feierlicher Musik, Gebeten und einer tief spirituellen Atmosphäre begleitet. Besonders in Regionen wie Andalusien sind die Prozessionen für ihre beeindruckenden Darbietungen und die Teilnahme großer Menschenmengen bekannt.

Ostern ist auch eine Zeit, in der Familie und Freunde zusammenkommen, um gemeinsam zu essen. Die traditionellen Gerichte während der Osterzeit können je nach Region variieren, aber in vielen Teilen Spaniens gehören Speisen wie „Torrijas“, Lammgerichte und „Bacalao“ (Stockfisch) zu den beliebten Osterspezialitäten, obwohl jede Region – einschließlich Mallorca – ihre eigene Spezialität hat.

Die Karwoche beginnt am Palmsonntag (Domingo de Ramos) und dauert bis zum Ostersonntag (Domingo de Resurrección). Ihre Wurzeln reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück, als die katholische Kirche versuchte, die Passion Christi durch visuelle Darstellungen dem einfachen Volk näherzubringen. Damals entstanden die ersten Holzstatuen von Heiligen, die die Stationen des Kreuzwegs symbolisieren.

Während der gesamten Karwoche gelten strenge religiöse Regeln. Fromme Katholiken verzichten auf Fleisch, und am Karfreitag (Viernes Santo) ist der Verzehr von Fleisch strengstens verboten. Stattdessen werden traditionelle Gerichte wie Kichererbseneintopf, Torrijas oder Bacalao (Kabeljau) serviert. Am Karfreitag kleiden sich viele Spanier in schwarze Trauerkleidung – ein Zeichen der Ehrfurcht vor dem Leiden Christi.