Das Dreikönigsfest in aller Welt
Am 6. Januar gehen die zwölf Raunächte (zwölf Weihnachtstage zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar) zu Ende. An diesem Tag feiert die Kirche das Hochfest der Erscheinung des Herrn, auch Epiphanias, Dreikönigsfest oder Dreikönigstag genannt.
Was hat es damit auf sich und wie werden die Heiligen Drei Könige in anderen Ländern gefeiert?
Am 6. Januar wird in vielen Häusern der Weihnachtsbaum zum letzten Mal angezündet und anschließend entsorgt.
Ein sehr alter Brauch am Dreikönigstag ist es, die Häuser zu segnen. Dazu schreibt man mit Kreide die Buchstaben C+M+B und die Jahreszahl an die Haustür und hofft, damit wieder für ein Jahr alles Übel fernhalten zu können. Die Buchstaben C+M+B stehen für die Bitte »Christus Mansionem Benedicat« (Christus segne dieses Haus). Sie werden mitunter aber auch als die Anfangsbuchstaben der Heiligen Drei Könige gedeutet: Caspar, Melchior und Balthasar. Die drei Weisen aus dem Morgenland, Caspar, Melchior und Balthasar, liefern den Hintergrund für diese Tradition.
Während das Dreikönigsfest in Deutschland nur in drei Bundesländern ein Feiertag ist, hat es in Spanien eine ganz besondere Bedeutung.
Der Dreikönigstag am 6. Januar ist der bedeutendste Weihnachtsfeiertag in Spanien und manchen Ländern Lateinamerikas. In Spanien ist er seit 1885 ein gesetzlicher Feiertag.
Am Día de los Reyes Magos erhalten Kinder in Spanien in der Regel ihre Weihnachtsgeschenke. Daher sind für die meisten spanischen Kinder die heiligen drei Könige so etwas wie der deutsche Weihnachtsmann. Am Abend des 5. Januar stellen sie ein Glas Likör und einen Keks für jeden der drei Könige – Balthasar aus Afrika, Caspar aus Asien und Melchior aus Europa – neben ihre Schuhe am Fenster, zusammen mit etwas Hafer oder Brot für die Kamele oder Pferde. Jedes Jahr in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar ziehen die drei Könige Melchior, Caspar und Balthasar durch die Straßen Spaniens (und lateinamerikanischer Länder). Von bunt geschmückten Festwagen aus werfen sie Süßigkeiten und andere Leckereien an die Kinder. Dies ist die sogenannte „Cabalgata de Reyes”, eine Parade mit Kamelen, Kutschen und Figuren der Heiligen aus dem Morgenland. Mit fröhlicher Musik und dieser fröhlichen Parade feiern die Spanier die Ankunft der Heiligen Drei Könige.
Die Tradition wird abends in den Familien mit dem typischen Roscón de Reyes gefeiert, einem runden Kuchen, der mit kandierten Früchten und bunten Zuckersteinen verziert ist. An diesem Tag werden auch die Weihnachtsdekorationen abgenommen.
In Mexiko wurde die Tradition des Roscón de Reyes-Kuchens im 16. Jahrhundert aus Spanien importiert. In vielen Teilen des Landes wird der Kuchen mit heißer Schokolade oder Maisbrei gegessen und mit Honig und Früchten wie Datteln und Feigen garniert.