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Neu-Übersetzung des Romans „Gone with the Wind“

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Neu-Übersetzung des Romans „Gone with the Wind“

Der berühmte Roman „Gone with the Wind“ von Margaret Mitchell liegt seit kurzem in einer neuen Übersetzung vor. Nach Ansicht der Verlegerin, in deren Verlag die Neu-Übersetzung erscheint, ist die Lektüre der neuen Übersetzung ein Gewinn für jeden Leser und jede Leserin.

Margaret Mitchells „Gone with the Wind“ ist zweifellos Weltliteratur und einer der weltweit erfolgreichsten Romane. Bis heute sollen rund 30 Millionen Exemplare des Buches weltweit verkauft worden sein.

Nachdem das Buch „Gone with the Wind“ 1936 erstmals in den USA erschienen war, folgten Übersetzungen in diverse Sprachen, etwa 1937 ins Deutsche unter dem Titel „Vom Winde verweht“.

In der Neu-Übersetzung wurde der Titel leicht abgewandelt und lautet nun „Vom Wind verweht“. Es handelt sich nicht nur um eine grundlegend neu übersetzte, sondern auch die erste vollständige Version in deutscher Sprache.

Margaret Mitchell erzählt die US-amerikanische Geschichte in der Zeit vor, während und nach dem Bürgerkrieg nicht aus Sicht der Soldaten oder Politiker. Nicht das Kampfgeschehen zwischen der Konföderation im Süden und den in der Union verbliebenen Nordstaaten steht im Mittelpunkt, sondern das Leben und der Überlebenskampf einer jungen Frau und ihrer Lebenswelt. Zu Beginn des Bürgerkriegs ist Scarlett O’Hara eine sehr junge, leicht naive Frau, die mit ihren Gefühlen gegenüber Ashley Wilkes beschäftigt ist. Als Tochter eines wohlhabenden, weißen Plantagenbesitzers sind ihr Sorgen und Mangel fremd, bis der Krieg ihrer Naivität ein Ende setzt.

Die deutschen Leserinnen und Leser waren bislang auf die Übersetzung von 1937 angewiesen. Darin wurden leider zahlreiche Passagen aus dem Original weggelassen oder verändert. In der heutigen Zeit wirkt die alte Übersetzung doch arg verschroben und verstaubt.
Dabei wurde nicht erkannt, dass Margaret Mitchell einen eher journalistischen, klaren Stil bevorzugte, während der Übersetzer eine romantisierende Sprache einsetzte, die zuweilen sehr pathetisch klingt.

Eine Neu-Übersetzung zeigt jetzt, dass der Roman nicht nur einfach eine Liebesgeschichte ist, als die er häufig rezipiert wurde, sondern ein Antikriegsroman, der auch heute noch brisant und politisch aktuell ist. „Gone with the Wind“ ist ein Klassiker der amerikanischen Literatur, eine abenteuerliche Liebesgeschichte, aber vor allem ein großes Epos über den amerikanischen Bürgerkrieg, der das Leid und die zahlreichen Entbehrungen der Bevölkerung thematisiert.

Die Übersetzer der aktuellen Version des Buches haben Mitchells Stil vom Kitsch und der Sentimentalität der alten deutschen Übersetzung befreit. Dies ist bereits im Titel erkennbar, der ohne das „e“ auskommt und nun vom „Vom Wind verweht“ heißt.

Auch das zum Teil diskriminierende Vokabular wurde in großen Teilen entschärft und dem heutigen Sprachgebrauch angeglichen und auch rassistisch anmutende Stereotypen wurden in der neuen Version wann immer möglich vermieden.

An einigen Stellen könnte man als heutige Leserin bzw. Leser nach wie vor Anstoß nehmen, da Margaret Mitchell in ihrem Roman einen Blickwinkel einnimmt, bei dem Rassismus an der Tagesordnung ist.

Abgesehen von den differenzierteren Sprecharten, die den Figuren zugeordnet sind, wurde vor allem  bei den Schwarzen darauf geachtet, dass sie nicht in diese holprige Pseudo-Sprache verfallen, die klingt, als ob sie der Sprache nicht mächtig wären – zumal das im Original bei Mitchell durchaus nicht der Fall ist.

Wie schwungvoll und mitreißend der ursprüngliche Roman ist, spiegelt die Neu-Übersetzung gerade am Ende wider. Das zeigt sich unter anderem am letzten Satz von Margaret Mitchells „Gone with the Wind“, der im Original lautet: „Tomorrow is another day.“
In der alten Übersetzung las sich das noch als „Morgen ist auch ein Tag.“ In der neuen Übersetzung dagegen heißt es „Morgen ist ein neuer Tag.“ Das ist deutlich dynamischer und optimistischer und zeigt, dass Scarlett durchaus noch viel für die Zukunft erwartet.
 

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