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Maschinelle Übersetzung – zweckmäßiger vs. professioneller Einsatz

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Maschinelle Übersetzung – zweckmäßiger vs. professioneller Einsatz

Das Thema „Maschinelle Übersetzung (MÜ)“ ist aktuell in aller Munde, und zwar nicht nur in der Übersetzer- und Sprachmittlerbranche, sondern auch bei vielen Unternehmen, die Möglichkeiten für Einsparungen im Übersetzungsbereich wittern. Doch ist es für Unternehmen wirklich so einfach, maschinelle Übersetzung einzuführen und dabei auf die Beauftragung von professionellen Übersetzern zu verzichten? Bevor man ohne genauere Kenntnis der Thematik auf den Einsatz kostenloser Tools setzt, sollte man sich gründlich mit den Implikationen auseinandersetzen.
Übersetzungen kosten Zeit und Geld. Deshalb ist die Versuchung groß, den zu übersetzenden Text einfach in ein kostenloses Tool einzufügen, um Zeit und Geld zu sparen. Bestenfalls wird die auf diese Weise maschinell erzeugte Übersetzung anschließend noch lektoriert. Doch professionelle Sprachexperten wissen aus Erfahrung, dass man damit nur in den seltensten Fällen wirklich Geld sparen kann und in vielen Fällen sogar eine von einem menschlichen Übersetzer angefertigte Neuübersetzung erforderlich ist.
Deshalb ist es für den Laien wichtig zu wissen, welche Risiken die maschinelle Übersetzung birgt und in welchen Fällen sie dennoch Sinn machen kann.

Hierbei sollte man sich über die folgende Differenzierung im Klaren sein: Es gibt einen Unterschied zwischen dem zweckmäßigen und dem professionellen Einsatz von maschinellen Übersetzungs-Tools.
Online-Tools für Übersetzungen können beispielsweise zweckmäßig genutzt werden, wenn man eine E-Mail in einer Fremdsprache erhält, deren Inhalt man möglichst schnell ungefähr erfassen möchte. Auch bei der Übersetzung der fremdsprachigen Speisekarte im Urlaub dürften kaum Probleme auftreten. Sinnvoll ist eine Nutzung maschineller MÜ-Systeme, wenn es vor allem um die schnelle Erfassung des Inhalts geht, keine besonderen Anforderungen an die sprachliche und inhaltliche Richtigkeit gestellt werden, der Datenschutz nicht zu beachten ist usw.
Auch sollte man wissen, dass die Effektivität und die Resultate der gängigen kostenlosen Übersetzungstools in hohem Maße davon abhängen, um welche Ausgangs- und Zielsprache es sich handelt. Besonders gute Ergebnisse werden mit maschineller Übersetzung erzielt, wenn es sich um eine gängige Sprache mit einer hohen Sprecherzahl, also in erster Linie Englisch, handelt und wenn der Text nicht allzu komplex ist. Für weniger verbreitete Sprachen oder so genannte „Exotensprachen“ gibt es sehr wenig Input für die MÜ-Systeme, sodass in der Folge auch kaum mit brauchbaren Ergebnissen bei der maschinellen Übersetzung zu rechnen ist.

Wenn man jedoch eine professionelle Übersetzung in einem qualifizierten Fachbereich benötigt, ist die Fehlerquote der maschinellen Übersetzung zu hoch, um sich darauf verlassen zu können.
Muss man etwa einen komplexen juristischen Text mit viel Fachvokabular und langen Schachtelsätzen übersetzen oder handelt sich um eine weniger verbreitete Sprache, so ist das Ergebnis mit großer Wahrscheinlichkeit stark fehlerbehaftet und muss zumindest von einem Sprachexperten lektoriert und ggf. korrigiert werden. In diesem Fall kann es jedoch durchaus sein, dass die Überarbeitung ähnlich lange oder sogar länger dauert als eine komplette Neuübersetzung. Zudem ist zu beachten, dass Maschinelle Übersetzungen nicht in der Lage sind, Wiederholungen zu erkennen, Styleguides oder Terminologien zu berücksichtigen, was für viele Unternehmen ja aufgrund der eigenen Corporate Language von vorrangiger Bedeutung ist.
Auch was den Kontext einer Übersetzung betrifft, versagen die gängigen MÜ-Systeme in der Regel nach wie vor. Die maschinelle Übersetzung ist nicht in der Lage, komplexe Texte zu verstehen, an dem selbst viele Menschen ohne spezielles Fachwissen scheitern würden. Schwierigkeiten bei der maschinellen Übersetzung bereiten zudem Redewendungen, die nicht erkannt werden und bei wörtlicher Übersetzung in der Zielsprache keinen Sinn mehr ergeben. Auch mit humorvollen Bemerkungen, Slangs, Dialekten usw. wird sich das MÜ-System schwertun.
Grundsätzlich gilt deshalb: Je einfacher das zu übersetzende Dokument, desto höher die Erfolgschancen bei Google Translate und Co.

Es ist wohl davon auszugehen, dass die maschinelle Übersetzung im Laufe der Zeit immer bessere Übersetzungen produzieren wird. Wer jedoch eine professionelle Übersetzung benötigt, sollte sich nach wie vor auf das Können menschlicher Sprachexperten verlassen.

 

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