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Treffen der Regionalgruppe der Regensburger Übersetzer und Dolmetscher im November 2018
Unser nächstes Regionalgruppen-Treffen findet am heutigen Mittwoch, den 14. November 2018, um 19.30 Uhr im Kolpinghaus statt.

Wie jedes Jahr im November geht es auch heute Abend um die Themenplanung für das nächste Jahr.
Wir haben in den vergangenen Jahren bereits gute Erfahrungen damit gemacht, dass Kolleginnen und Kollegen sich eines Themas angenommen haben. Es geht nicht darum, dass man einen längeren, perfekt ausgearbeiteten Vortrag zu dem jeweiligen Thema halten muss. Vielmehr ist es ausreichend, sich etwas mit der Thematik zu beschäftigen, eine kurze Einführung zu geben und dann die Diskussion zu moderieren.

Da wir doch sehr viele Kolleginnen und Kollegen mit langjähriger Berufserfahrung und unterschiedlichen Schwerpunkten in unserem Kreis haben, gibt es zu den verschiedensten Themen immer lebhafte und interessante Diskussionen.

Bestimmt kommen auch heute Abend wieder viele Kolleginnen und Kollegen mit vielen Ideen für das kommende Jahr, die an einem professionellen Austausch und einer netten, gemütlichen Runde interessiert sind.
 

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Verleihung des BDÜ Hieronymus-Preises 2018

Verleihung des BDÜ Hieronymus-Preises 2018

Im Rahmen der Herbstversammlung des Bundesverbands der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) fand am Wochenende die feierliche Verleihung des diesjährigen Hieronymus-Preises an den Sprachendienst der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart statt.

Mit dem Preis zeichnet der Bundesverband der Übersetzer und Dolmetscher jedes Jahr vorbildliches Verhalten von Organisationen oder Unternehmen im Bereich der mehrsprachigen Kommunikation aus. Überreicht wurde der Preis in besonderer Würdigung der langjährigen, die Zusammenarbeit mit den Sprachdienstleistern prägenden Tätigkeit der ehemaligen Leiterin des Sprachendienstes. Die Jury setzte sich aus dem Bundesvorstand und drei gewählten Vertretern der Mitgliedsverbände zusammen und begründete ihre Entscheidung, die angesichts mehrerer überzeugender Vorschläge nicht einfach war, folgendermaßen: „Der Sprachendienst der Landeshauptstadt Stuttgart arbeitet im Sinne unserer Kriterien auf auszeichnungswürdige Weise mit freiberuflichen Dolmetschern und Übersetzern zusammen. Diese Zusammenarbeit ist von Professionalität und Fairness geprägt – nicht zuletzt dank der Leitung durch Martina Fritz, die als Diplom-Übersetzerin und staatlich geprüfte Dolmetscherin selbst vom Fach ist. Die Auftragnehmer werden von Anfang an in den Prozess miteinbezogen und profitieren von der profunden Kenntnis der Branchenbedingungen auch auf Auftraggeberseite. Die Verhandlungen rund um die Aufträge finden sowohl fachlich als auch wirtschaftlich auf Augenhöhe statt.“

In der Laudatio wurde vor allem gewürdigt, dass der diesjährige Preisträger mit der Vergabe seiner Aufträge stets die große Bedeutung kompetenter Sprachdienstleistungen und den Mehrwert des Einsatzes von qualifizierten Übersetzern und Dolmetschern anerkannt hat.

Rund um das Highlight der Preisverleihung wurde außerdem von den Verbandsvertretern eine Reihe von verbandspolitischen und organisatorischen Fragen besprochen. Als Ausgleich zu den Sitzungsstunden wurde das angebotene Rahmenprogramm ausgiebig genutzt, unter anderem auch für den fachlichen Austausch und zur Stärkung des verbandsinternen Netzwerks.

Der Hieronymus-Preis des BDÜ wird alljährlich für vorbildliche Leistungen im Bereich mehrsprachiger Kommunikation verliehen.

Eine gelungene Kommunikation ist die Basis für erfolgreiche Gespräche, Geschäftsbeziehungen und internationalen Dialog. Die Bereiche, in denen professionelle Übersetzer und Dolmetscher dazu beitragen können, sind vielfältig. Sie reichen von der Übersetzung von Verträgen, Internetauftritten und Handbüchern über das Dolmetschen von Produktvorführungen, die Lokalisierung von Software, das Dolmetschen von Vorträgen und Betriebsführungen, die Begleitung bei Vertragsverhandlungen, die Einführung in eine fremde Kultur, den schnellen Überblick über fremdsprachliche Dokumente bis hin zur mehrsprachigen Präsentation eines Unternehmens oder einer Organisation.

Viele Organisationen haben bereits die große Bedeutung kompetenter Sprachdienstleistungen und den Mehrwert des Einsatzes von qualifizierten Übersetzern und Dolmetschern erkannt. Daher verleiht der BDÜ den Preis im Rahmen einer BDÜ-Veranstaltung an eine Organisation, die mit ihrem Handeln Vorbild in der Branche ist.

Über die Jahre und durch die unterschiedlichen Preisträger entsteht so ein Positivbild, sozusagen die Best Practices, für die vom BDÜ vertretenen Berufe. Der Name des Preises geht zurück auf den Heiligen Hieronymus, der als Schutzpatron der Übersetzer gilt.

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Transkreation – Übertexten statt Übersetzen?

Transkreation – Übertexten statt Übersetzen?

Immer häufiger kommen Anfragen von Kunden oder Übersetzungsbüros, die eine etwas „kreativere“ Übersetzung wünschen. Dies läuft unter Bezeichnungen wie „freie“ Übersetzung, Adaption, Copy-Editing oder Creative Translation. In der Branche setzt sich dabei immer mehr der etwas schwammige Begriff „Transkreation“ durch, der auf den Terminus „transcreation“ aus dem englischen Sprachraum zurückzuführen ist. Der Begriff setzt sich aus den Wörtern Translation (Übersetzung) und Kreation (Schöpfung) zusammen.
Dabei geht es in erster Linie darum, dass der Ausgangstext von einer Sprache in eine andere übersetzt und anschließend zielsprachlich überarbeitet und an die spezifischen Bedürfnisse eines bestimmten geografischen Zielmarktes, einer Zielgruppe, eines Marktsegments oder einer Kundengruppe adaptiert wird. Neben der rein übersetzerischen Qualifikation erfordert diese Aufgabe auch Fähigkeiten, wie sie von Textern und Werbetextern verlangt werden, sowie höchste interkulturelle Kompetenz, damit der betreffende Text sowohl in der Ausgangs- als auch der Zielsprache den Empfänger der Botschaft gleichermaßen anspricht.
Der Prozess der Transkreation nutzt die in der Zielsprache und Zielkultur vorhandenen Mittel, um die ursprüngliche Mitteilung sowie Absicht, Stil und Tonfall weitgehend zu erhalten und in die andere Kultur zu transportieren. Hierbei ist es wichtig, passende Entsprechungen für Redensarten, Idiome, Dialekte und andere Kontextelemente zu finden und ggf. Bilder und typografische Elemente auszutauschen. Was sich nicht direkt übertragen lässt, wird durch andere, passende Sprachbilder, Sprichwörter und Konzepte ersetzt, um die Mitteilung lebendig zu gestalten und die gleichen Gefühle und Assoziationen zu wecken wie beim Original. Die Transkreation ist gewissermaßen eine Weiterentwicklung der Übersetzung.
Bei vielen Textsorten, z.B. in den Bereichen Marketing und Werbung, bedarf es einer Übersetzung, die nicht starr am Ausgangstext klebt und ihn Wort für Wort wiedergibt.
Der „kreative“ Übersetzer erbringt nicht nur eine zweifache Dienstleistung, nämlich die Übersetzung und das Texten, sondern sieht sich häufig noch mit der Schwierigkeit konfrontiert, dass er etwas bereits Vorgegebenes exakt so übertragen muss, dass dieselbe Botschaft mit demselben emotionalen Gehalt übermittelt wird. Dies kann sogar noch schwieriger sein, als von vornherein freie Hand in der Gestaltung zu haben, wie es zum Beispiel bei einem Texter der Fall ist, der sich ganz auf die Eigenheiten der Zielgruppe konzentrieren. Natürlich sollte sich der zusätzliche Aufwand auch in den Kosten niederschlagen und dies dem Auftraggeber entsprechend begründet werden.
Zudem ist es hilfreich, vorab mit dem Kunden bzw. Übersetzungsbüro zu klären, wie weit sich der Zieltext vom Ausgangstext entfernen kann und wie umfangreich die Freiheiten des „kreativen Übersetzers“ sind.

 

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Treffen der Regionalgruppe der Regensburger Übersetzer und Dolmetscher im Mai 2018

Am morgigen Dienstag, den 08.05.2018, treffen sich die Kolleginnen und Kollegen der Regionalgruppe der Regensburger Übersetzer und Dolmetscher wieder zu ihrem monatlichen Treffen im Kolpinghaus Regensburg.

Nachdem bei unserem letzten Treffen die Sprache auf ein leidiges Thema kam, nämlich „Aufbewahrungsfristen für geschäftliche Unterlagen und Korrespondenz etc.“, und dazu anscheinend recht viel Unsicherheit besteht, wollen wir uns bei unserem Mai-Treffen etwas eingehender mit den gesetzlichen Vorgaben hierzu beschäftigen.

Spontan hat sich unser Regionalgruppenleiter bereit erklärt, bei unserem Treffen im Mai kurz darüber zu referieren. Dennoch sind auch alle Übersetzer-/Dolmetscher-Kolleginnen und -Kollegen, die etwas Interessantes dazu beitragen können, eingeladen, ihr Wissen mit den Anwesenden zu teilen. Wir freuen uns auf zahlreichen Besuch und einen regen Austausch im Kollegenkreis.

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Verleihung des Übersetzerpreises München

Der Übersetzer Dirk van Gunsteren erhält in diesem Jahr den Übersetzerpreis der Stadt München. Der Amerikanist, Jahrgang 1953, hat etwa 100 Titel ins Deutsche übertragen, darunter Romane von T.C. Boyle, Philip Roth und John Grisham. Der mit 10.000 Euro dotierte und alle drei Jahre vergebene Preis wird an Münchner Persönlichkeiten für herausragende übersetzerische Leistungen und besondere Verdienste um die Vermittlung fremdsprachiger Literatur in Deutschland verliehen. Berücksichtigt werden Übersetzungsleistungen im Bereich Belletristik, Essay und geisteswissenschaftliches Sachbuch mit literarischer Qualität.

 

Die Verleihung fand am Dienstag, den 24. April, im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung im Literaturhaus München statt. Stadtrat Klaus Peter Rupp sprach das Grußwort in Vertretung des Oberbürgermeisters, Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers überreichte die Urkunde. Die Laudatio hielt Thomas Überhoff vom Rowohlt-Verlag. Im Anschluss gab es ein Gespräch zwischen Dirk van Gunsteren und Eberhard Falcke. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung vom Oktober Folk Club.

 

Dirk van Gunsteren ist ein ebenso brillanter wie zuverlässiger Generalist. Er vermag die moderne Romankunst eines John Dos Passos so gut zu erschließen wie die postmodernen Kapriolen eines Thomas Pynchon oder die lebensprallen Provinzwelten von Richard Russo und Castle Freeman. Er hat den richtigen Ton für Hauptwerke eines Philip Roth oder T.C. Boyle genauso gefunden wie für Henry David Thoreau, John Irving, Jonathan Safran Foer oder John Grisham. So gelingt es ihm immer wieder, dass seine Übersetzungen ins Deutsche so gut klingen, als hätten sie der englischen Vorlage gar nicht bedurft. Und dieses Kunststück vollbringt er nicht nur in Fällen, die ihm besonders liegen, sondern bei den unterschiedlichsten Schreibweisen und Autoren.

 

Angeeignet hat er sich diese Könnerschaft nicht durch literaturwissenschaftliche Studien, sondern durch Lesen. Geboren wurde er 1953 in Düsseldorf, sein Bildungsweg führte ihn auf Reisen u.a. nach Indien, England und in die USA, in München studierte er Amerikanistik. 1984 begann er mit dem Übersetzen. Inzwischen sind es um die hundert Titel, die Dirk van Gunsteren mit sprachlicher Genauigkeit, eminentem Tonlagengespür und sicherer Intuition für die gesamte Werkgestalt ins Deutsche übertragen hat. Für seine in Qualität und Umfang herausragenden Leistungen erhielt er nun den Münchner Übersetzerpreis 2018.

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Osterbräuche in aller Welt

Ostern ist das Fest der Auferstehung Christi und somit das höchste Fest im Christentum. Millionen Menschen auf der ganzen Welt begehen an diesem Wochenende nach der Karwoche die Osterfeierlichkeiten. Eine Woche später zelebrieren dann auch die orthodoxen Christen, zum Beispiel in Griechenland und Russland, das Osterfest. Für kein anderes Fest gibt es weltweit so viele einzigartige Bräuche.

In den USA ist die traditionelle „Easter Parade“ auf der Fifth Avenue in New York zu bestaunen. Die Amerikaner verkleiden sich und fahren auf mit Blumen geschmückten Wagen durch die Straßen. Eine witzige Sitte ist das Eierrollen (The White House Easter Egg Roll), das am Weißen Haus in Washington stattfindet. Dolley Madison, die Gattin des damaligen US-Präsidenten James Madison, soll etwa um 1810 auf dem Gelände des Kapitols das öffentliche Ostereier-Rollen für Kinder initiiert haben. Am Ostermontag wird ein Gartenstück zur Spielwiese und Dutzende von Eiern rollen hinunter. Jeder Teilnehmer erhält als Dankeschön ein vom Präsidenten und seiner Ehefrau signiertes Holzei.

In Großbritannien gilt Ostern als „Queen of Festivals“. Am Karfreitag verstummen die Kirchenglocken und läuten erst wieder am Ostersonntag. Die Kinder spielen „Egg-shackling“. Dabei werden rohe Eier mit dem Namen eines Kindes versehen. Gewinner ist das Kind, dessen Ei am längsten in dem hin und her geschüttelten Sieb unversehrt bleibt.

Um die Erde nicht zu stören, lief man früher an Karfreitag in Wales nur barfuß durch die Straßen. Mittlerweile sind die Waliser dazu übergegangen, am Ostersonntag kurz vor Sonnenaufgang in einer Prozession auf einen Hügel zu steigen. Dort warten sie auf den Sonnenaufgang, der die Auferstehung und das Leben symbolisiert und die Dunkelheit des Todes überwindet. Wer es schafft, macht hierzu vor Freude drei Purzelbäume.

In Frankreich verlassen der Legende nach am Karfreitag alle Kirchenglocken das Land, um nach Rom zu gehen. Sie läuten erst wieder nach ihrer Rückkehr am Ostersonntag. Auf ihrem Rückweg bringen sie den Kindern Schokolade in Form von kleinen Glocken und Muscheln mit.

Feierlich-finster wird die Karwoche, die „Semana Santa“, in Südspanien (Sevilla, Córdoba, Málaga, Granada und Murcia), aber auch in Brasilien und Guatemala zelebriert. Dann ziehen religiöse Bruderschaften, die „Nazarenos“ in der mystischen Kapuzentracht, durch die Städte. Einzigartig ist auch das Karfreitagstrommeln im Nordosten Spaniens, in Aragonien.


 

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Internationaler Frauentag

Internationaler Frauentag
Frauen kämpfen schon sehr lange für ihre Rechte – für bessere Arbeitsbedingungen, gleichen Lohn für gleiche Arbeit und die Gleichstellung der Frau.
In der Zeit um den Ersten Weltkrieg entstand eine Initiative sozialistischer Organisationen im Kampf um die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen und die Emanzipation von Arbeiterinnen. In diesem Rahmen wurde die Einführung eines internationalen Frauentags vorgeschlagen. Der erste Frauentag wurde dann am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz gefeiert. Die Vereinten Nationen riefen später den 8. März als Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden aus.
Die Hauptforderung und das Hauptziel des Internationalen Frauentags vor gut 100 Jahren war das Frauenwahlrecht. Auch wenn diese Zielsetzung inzwischen erreicht wurde, so ist die angestrebte Gleichstellung der Geschlechter weder in Deutschland noch in anderen Ländern der Welt eine Realität. Deshalb machen Frauen auf der ganzen Welt am 8. März mit Veranstaltungen, Feiern und Demonstrationen darauf aufmerksam, dass die Gleichstellung der Frauen noch immer nicht verwirklicht wurde. Der Internationale Frauentag behält seine Bedeutung bei und wird weiterhin jährlich begangen.
Es gibt jedoch auch einige Frauen, die sich - obwohl sie politisch sehr aktiv sind - inzwischen gegen die Feier des Frauentags aussprechen. So stellte die luxemburgische EU-Kommissarin Viviane Reding dazu fest: „Solange wir einen Frauentag feiern müssen, bedeutet das, dass wir keine Gleichberechtigung haben. Das Ziel ist die Gleichberechtigung, damit wir solche Tage nicht mehr brauchen.“
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Gleichstellung von Mann und Frau ist die gleiche Bezahlung. Selbst in typischen Frauenberufen verdienen Männer in der Regel mehr als Frauen, auch wenn sie die gleiche Arbeit leisten. So verdienten laut einer Erhebung in Vollzeit tätige angestellte Übersetzerinnen knapp 300 Euro pro Monat weniger als ihre männlichen Pendants. Das deutliche Lohngefälle zwischen Männern und Frauen lässt sich in der Übersetzerbranche nicht – wie vielleicht in manchen anderen Berufen – damit erklären, dass Männer z.B. eine körperlich schwerere Arbeit leisten.
Heute ist der 8. März in mehreren Ländern weltweit sogar ein gesetzlicher Feiertag.
Es gibt also viele Gründe, den 8. März als Tag der erreichten wie der noch ausstehenden Frauenrechte zu feiern und hochzuhalten.

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Raus aus der Stressfalle

Raus aus der Stressfalle
Selbstständige und Freiberufler, zu denen natürlich auch Übersetzer und Dolmetscher zählen, müssen sich davor in Acht nehmen, in die Stressfalle zu tappen.
Freiberufler legen zumeist großen Wert auf ihre Freiheit und lieben ihre Arbeit. Somit ist ihre Arbeitszufriedenheit laut Studien sehr hoch und sie können in der Regel auch nicht über mangelnde Anerkennung ihrer Arbeit klagen. Und dennoch sind Selbstständige überdurchschnittlich häufig gestresst. Sie empfinden den Druck, auf dem Markt bestehen und ihre Existenz sichern zu müssen, und neigen deshalb zur Selbstausbeutung. Sie hetzen von einer Aufgabe zur anderen und haben den Eindruck, nie richtig Feierabend machen zu können. Und dies, obwohl es aufgrund der äußeren Umstände oftmals gar nicht nötig wäre. Man setzt sich selbst unter Druck und macht sich unnötig Stress.
Für Freelancer wie Übersetzer und Dolmetscher gilt ja mehr als bei anderen Arbeitnehmern, dass Zeit im wahren Sinne des Wortes Geld ist. Denn je mehr Aufträge abgewickelt werden können, umso mehr Geld fließt in die Kasse. Durch die ständige Erreichbarkeit via Smartphone und E-Mail wird wie selbstverständlich auch das Wochenende zur Arbeitszeit. Obwohl man bereits den ganzen Tag am Schreibtisch gesessen hat, möchte man noch schnell die Übersetzung abschließen oder das Angebot an den wichtigen Kunden rausschicken. Die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen und der Freiberufler kann nicht mehr von der Arbeit abschalten.
Unter der ständigen Anspannung leiden nicht nur die Arbeitsergebnisse, sondern auch Lebensqualität und Gesundheit. Wenn man erkannt hat, dass man unter Daueranspannung steht, bedarf es der Selbstreflexion, um eine langfristige Änderung herbeizuführen. 
Hilfreich ist, Pausen als Rituale einzuführen, sich täglich zwischendurch ganz bewusst kleine Auszeiten zu nehmen. Fachleute im Stressmanagement raten dazu, sich pro Stunde rund fünf Minuten Zeit zu nehmen, um geistig „herunterzufahren“. Man kann seinem Gehirn eine kleine Pause gönnen, indem man beispielsweise aus dem Fenster blickt oder ein Urlaubs- oder Familienfoto auf dem Schreibtisch betrachtet. Diese kurzen Pausen sollten mit angenehmen Empfindungen gefüllt werden. Vielleicht kann man sogar Entspannungstechniken wie Yoga, Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung nutzen, um den Kopf und den Körper zu entschleunigen. Wer es schafft, solche kleinen Auszeiten in seinen Arbeitsalltag zu integrieren, kann langfristig aus der Stressfalle entkommen.
 

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Internationaler Übersetzertag 2017

Weltübersetzertag am 30. September
Im Mai 2017 haben die Vereinten Nationen den 30. September als International Translation Day anerkannt. Bereits 1991 hatte die Fédération Internationale des Traducteurs (FIT) den 30. September, an dem traditionell des Bibelübersetzers Hieronymus gedacht wird, zum Internationalen Übersetzertag erklärt.
Deshalb wird an diesem Tag der Hieronymustag bzw. Internationaler Übersetzertag  (auch: Internationaler Tag des Übersetzens bzw. engl.: International Translation Day und franz. Journée mondiale de la traduction) gefeiert.
Zu Hieronymus:
Kirchenvater Hieronymus verfasste zahlreiche Kommentare zu biblischen Schriften und theologischen Kontroversen, editierte eine Landeskunde Palästinas und hinterließ der Nachwelt zahlreiche weitere Übersetzungen theologischer Schriften. Er starb am 30. September 420 n.Chr. in Betlehem. Dementsprechend firmiert der heutige Aktionstag zu seinen Ehren – zumindest im deutschsprachigen Raum – unter dem Namen Hieronymustag.
Anlässlich dieses besonderen Tages wollen Übersetzer bundesweit Einblick in ihre Arbeit geben, um auf die zentrale Bedeutung des Übersetzens in der immer stärker vernetzen Welt hinzuweisen und die Position der Übersetzer zu stärken.
In mehreren deutschen Städten sind Veranstaltungen geplant, um die Arbeit von Übersetzern anschaulich zu machen.
So plant beispielsweise die BDÜ-Regionalgruppe Heidelberg/Mannheim, am Hieronymustag dieses Jahres (30. September 2017) einen Freeze-Mob in Mannheim durchzuführen. Dabei sollen in Standbildern typische Arbeitspositionen von Übersetzern dargestellt werden.
Zur Bedeutung der Arbeit des Übersetzers:
Ganz gleich, ob es sich um Nachrichten ausländischer Agenturen, Bedienungsanleitungen, übersetzte Literatur und Sachbücher, Kinofilme und TV-Serien usw. handelt. Übersetzer spielen eine zentrale Rolle für die Kultur und Politik jedes Landes, die weit über diese alltäglichen Berührungspunkte hinausgeht. Denn internationale Verhandlungen auf politischer und wirtschaftlicher Ebene sind ohne die Unterstützung von Übersetzern häufig nicht möglich.
Die Arbeit von Übersetzerinnen und Übersetzern hat die Voraussetzung für die Entwicklung von Kultur und Wissenschaft, aber auch für die Entwicklung der Volkssprachen geschaffen und nicht zuletzt für die Möglichkeiten des vereinigten Europas und der heutigen globalisierten Welt.
Am Internationalen Übersetzertag sollen zahlreiche Übersetzerveranstaltungen in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein für die Bedeutung der Übersetzung in Vergangenheit und Gegenwart wecken und zeigen, wer hinter den Übersetzungen steht, mit denen jeder ständig konfrontiert ist – von der schönen Literatur bis zum Fachbuch, vom Theater bis zu Film und Fernsehen, von Zeitungen und Zeitschriften bis zu Werbung und Gebrauchsanweisungen.

 

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Wie die Sprache unser Denken beeinflusst

Wie die Sprache unser Denken beeinflusst

Was ist Sprache und wie beeinflusst sie unser Denken? Sprache ist nicht nur ein Kommunikationsmittel, das aus Lauten und Wörtern besteht. Studien zeigen, dass sie auch unser Denken beeinflusst.
Die Sapir-Whorf-Hypothese ist eine von mehreren Hypothesen, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Sprache und Denken beschäftigen, und besagt, dass eine bestimmte Sprache mit ihren Strukturen das Denken der Sprachgemeinschaft, die sie verwendet, formt.
Diese Annahme führte zur These der grundsätzlichen Unübersetzbarkeit fremdsprachiger Texte in eine andere Sprache.
Wilhelm von Humboldt war im 19. Jahrhundert einer der ersten Wissenschaftler, die sich mit dieser Idee beschäftigten. Er stellte die Theorie auf, die Sprache sei die Grundlage aller Gedanken. Dies würde bedeuten, dass wir nur denken können, wofür wir auch Worte haben.
Der Philosoph Ludwig Wittgenstein schrieb etwa 100 Jahr später: „Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt“. Diese Denker sahen die Sprache als Grundlage jedes Gedankens an, ohne Sprache sei Denken unmöglich.
Es gibt dennoch Emotionen oder Gefühle, die man unabhängig von Worten empfindet. Manchmal ist man sprachlos oder versucht, etwas zu umschreiben. Doch nicht immer gelingt, genau auf den Punkt zu bringen, was man ausdrücken möchte.
Man könnte also vermuten, dass man mehr und vielfältiger denken kann, je größer der Wortschatz ist. Wenn der Wortschatz der Muttersprache nicht ausreicht, können sich Menschen, die einer Fremdsprache mächtig sind, vielleicht besser ausdrücken, weil sie die Denkmöglichkeiten erweitert.
Von unserer Sprache hängt es teilweise ab, wie wir die Welt sehen.
Auch Schriftsteller haben sich mit der Vorstellung beschäftigt, dass durch den Wortschatz und die Struktur einer Sprache die Denkvorgänge ihrer Sprecher beeinflusst werden könnten. So beschreibt George Orwell in seinem Roman „1984“, wie in einem totalitären Überwachungsstaat eine künstliche Sprache, das so genannte „Neusprech“, vorgeschrieben wird. Dadurch wird der Wortschatz so eingeschränkt, dass ein differenziertes Denken nicht mehr möglich ist. Die Bevölkerung kann niemals an Aufstand denken, weil ihr schlicht die Worte dazu fehlen.
Eine kürzlich veröffentlichte Studie legt den Schluss nahe, dass Englisch sprechende Menschen anders als Deutsch sprechende Menschen denken, wenn sie eine Handlung beobachten. In Forschungen wurde beobachtet, dass Englisch sprechende Menschen sich stärker auf den Verlauf einer Handlung fokussierten, während Deutsch sprechende Personen sich eher das Ziel der Handlung konzentrierten.
Auch bei bilingualen Personen zeigten sich Unterschiede in der Rezeption einer beobachteten Handlung abhängig davon, ob das Geschehen auf Englisch oder auf Deutsch beschrieben wurde.
Andere Studien haben ergeben, dass Menschen in einer fremdsprachlicheren Situation eher nutzenorientierte und gleichzeitig emotionslosere Entscheidungen treffen als in der eigenen Muttersprache. Zurückgeführt wird dies in der Theorie auf die größere emotionale Distanz, die wir mit einer Fremdsprache verbinden.
Es sei dahingestellt, ob diese häufig mit wenigen Probanden durchgeführten Studien tatsächlich aussagekräftig sind. Sicherlich werden die Handlungen von Menschen vielfach stärker durch den Charakter als durch ihren sprachlichen Hintergrund geprägt.
Dennoch sind solche Untersuchungen interessant, da sie zum Nachdenken über unsere sprachliche Prägung und die dadurch eventuell herbeigeführte Gestaltung unserer Gedanken anregen.






 

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Internationaler Tag der englischen Sprache

Der Tag der englischen Sprache findet jedes Jahr am 23.April statt und wird weltweit gefeiert.

Der Tag der englischen Sprache wurde im Jahr 2010 von der UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) ins Leben gerufen, um die Mehrsprachigkeit und die kulturelle Diversität zu fördern und um die gleichberechtigte Nutzung der sechs Amtssprachen der Vereinten Nationen zu unterstützen. Man wählte den 23. April für den Tag der englischen Sprache, da dieser der Geburtstag des englischen Dramatikers und Bühnenautors William Shakespeare ist. Neben dem Tag der englischen Sprache riefen die Vereinten Nationen auch Sprachentage zu ihren fünf anderen offiziellen Sprachen aus. Ihr Ziel besteht darin, die Menschen anhand der Sprachen für die Kultur und Geschichte anderer Länder zu sensibilisieren.

Gemessen an den Muttersprachlern wird Englisch nach Mandarin und Hindi weltweit am häufigsten gesprochen. Darüber hinaus ist Englisch auch eine Sprache, die häufig von Nicht-Muttersprachlern rund um den Globus erlernt wurde, sodass sie es Menschen aus unterschiedlichsten Ländern ermöglicht, miteinander zu kommunizieren.

Auch gilt die englische Sprache als offizielle Amtssprache bei den Vereinten Nationen und in der Europäischen Union.
 

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Osterfeierlichkeiten in Mexiko

Osterfeierlichkeiten in Mexiko

Da die Einwohner Mexikos überwiegend katholisch sind, wird Ostern als katholisches Fest nach ursprünglich spanischen Traditionen gefeiert.
Die Osterfeierlichkeiten dauern fast zwei Wochen, sie beginnen am Palmsonntag und enden am Samstag nach dem Ostersonntag. Während der Tage vor dem Ostersonntag werden im ganzen Land Prozessionen veranstaltet, die häufig den Charakter von fröhlichen Umzügen vermitteln.

Am Palmsonntag, dem „Domingo de Ramos“, feiern vor allem die Kinder mit Palmzweigen den Einzug des Herrn in Jerusalem.
Am darauffolgenden Mittwoch findet die Mitternachtsmesse, „las maitines de las tinieblas“, statt, die daran erinnern soll, dass Jesus von seinen Freunden und Jüngern verlassen wurde. Zu Beginn der Messe stehen 15 Kerzen auf dem Altar, die nacheinander gelöscht werden, bis nur noch eine brennende Kerze bestehen bleibt und die Finsternis erleuchtet.
Am Gründonnerstag werden verschiedene Kirchen besucht, um zu beten und am Karsamstag findet an mehreren Orten die traditionelle Verbrennung der Judaspuppen statt.

Am Karfreitag dann stellen die Menschen in Prozessionen den Kreuzweg nach und erinnern daran, wie Jesus Christus sein Kreuz durch die Straßen Jerusalems trug.
Am Karsamstag werden Piñatas über den Straßen aufgehängt, die mit Süßigkeiten und anderen Überraschungen für die Kinder gefüllt sind.

Am Ostersonntag schließlich feiert man die Auferstehung Christi. Nach den Passionsaufführungen sind die Straßen voll mit fröhlich feiernden Menschen, mit Musik und Tanz.
Osterhasen und Ostereier sind in Mexiko jedoch nicht bekannt. Die Menschen nutzen die freien Tage häufig, um Familie und Freunde zu besuchen oder einen Kurzurlaub zu unternehmen.
!Felices Pascuas!
 

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Einheitliche Voraussetzungen bei der Beeidigung von Übersetzern und Dolmetschern

Einheitliche Voraussetzungen bei der Beeidigung von Übersetzern und Dolmetschern

Der Bundesverband der Übersetzer und Dolmetscher BDÜ, der größte Bundesverband der Branche in Deutschland, plädiert für einheitliche Voraussetzungen bei der Beeidigung

Für das Qualitätskriterium im Bereich Dolmetsch- und Übersetzungsdienste im Rechtsverkehr, d.h. für behördliche und gerichtliche Zwecke, gibt es in den unterschiedlichen Bundesländern verschiedene Bezeichnung. Je nach Bundesland werden die Begriffe Vereidigung, Beeidigung oder Ermächtigung verwendet. In Bayern wird in der Regel der Begriff Beeidigung bzw. beeidigte Übersetzer/beeidigte Dolmetscher verwendet.

Um Verwirrung zu vermeiden, hat der Bundesverband der Übersetzer und Dolmetscher nun eine Initiative zur Vereinheitlichung der unterschiedlichen Begrifflichkeiten gestartet.

In der Regel muss der Übersetzer oder Dolmetscher, bevor er vor Gericht beeidigt wird, seine berufliche Qualifikation, etwa durch Ablegen einer Prüfung, sowie seine persönliche Eignung, durch Vorlage eines Führungszeugnisses, nachweise.
In einigen Bundesländern hat sich jedoch die Praxis durchgesetzt, die Beeidigung auch ohne Nachweis der entsprechenden Fähigkeiten zu gewähren. Da diese Dolmetscher und Übersetzer jedoch auch in anderen Bundesländern tätig sein können, ist es möglich, dass diese möglicherweise gering qualifizierten Dolmetscher oder Übersetzer sich dennoch in einem Bundesland mit niedrigeren Qualifikationshürden beeidigen lassen können und dann aufgrund dieser Beeidigung in einem Bundesland mit höheren Anforderungen beeidigt werden.

Diese Praxis lässt sich nur verhindern, indem auf Bundesebene gewisse Mindeststandards für eine allgemeine Beeidigung von Übersetzern und Dolmetschern eingeführt werden.

Überdies scheint es sinnvoll, dass die im gerichtlichen Bereich tätigen Übersetzer und Dolmetscher zudem ausreichende Kenntnisse der Rechtsspreche nachweisen müssen, da andernfalls nicht gewährleistet werden kann, dass die Sachverhalte korrekt in die jeweils andere Sprache übertragen werden.

 

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Business-Knigge Deutschland

Business-Knigge Deutschland
Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) Landesverband Bayern e.V. hat auf seiner Homepage den neuen Business-Knigge Deutschland veröffentlicht.
Dieser ist natürlich in erster Linie für ausländische Personen gedacht, die mit deutschen Geschäftspartnern in Verbindung treten möchten.
Doch auch als Deutscher kann man durchaus davon profitieren, wenn man sich den Business-Knigge durchliest und dabei vor Augen hält, dass nicht alles, was für einen selbst ganz offensichtlich und selbstverständlich ist, auch für Personen aus dem Ausland klar ersichtlich ist.
Zunächst wird darauf hingewiesen, dass die Deutschen im Auftreten eher formell sind, d.h. man gibt sich zur Begrüßung die Hand und spricht sich mit dem Nachnamen an. In anderen Ländern duzt man sich grundsätzlich, auch unter Geschäftspartnern, die sich (noch) nicht kennen.
Mittlerweile dürfte sich auch herumgesprochen haben, dass Deutsche im Allgemeinen Wert auf Pünktlichkeit legen. Deshalb sollte man zu geschäftlichen Terminen pünktlich erscheinen, wenn man beim deutschen Geschäftspartner einen guten Eindruck hinterlassen möchte.
Bei der Kommunikation im Allgemeinen und natürlich auch per E-Mail sollte man auf Höflichkeit achten, d.h. den Adressaten am Anfang und Ende der E-Mail freundlich grüßen und Abkürzungen vermeiden.
Was Besuchern aus dem Ausland in Deutschland häufig auffällt, sind die verschiedenfarbigen Behälter für Abfall. Die Deutschen nehmen es mit dem Recycling sehr genau und achten häufig auch auf Abfallvermeidung, was nicht in allen Ländern selbstverständlich ist und gelegentlich bei Besuchern zu Verwunderung führt.
Schließlich dürften sich die meisten ausländischen Besucher freuen, dass ihre deutschen Geschäftspartner gerne gründlich planen, untersuchen und rechnen, bevor sie tätig werden. Für den Abschluss von Geschäftsbeziehungen ist dies sicherlich eine Eigenschaft, die auch von ausländischen Personen hoch geschätzt wird.

 

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Best Practices – Übersetzen und Dolmetschen

Best Practices – Übersetzen und Dolmetschen
Ein Nachschlagewerk aus der Praxis für Sprachmittler und Auftraggeber
Das lang erwartete Nachschlagewerk „Best Practices – Übersetzen und Dolmetschen“ ist aktuell im regulären Programm des BDÜ Fachverlags erhältlich.
Best Practices sind bewährte Verfahrensweisen, d. h. Methoden, Prozesse, Arbeitsweisen und Modelle, die sich in der Praxis bewährt haben und von einem Großteil der Praktiker angewendet und unterstützt werden.
Das praktische und ausführliche Referenzhandbuch richtet sich an alle Personen bzw. Gruppen, die in der Sprachmittlerbranche zusammenarbeiten, also Übersetzer und Dolmetscher, Auftraggeber (Behörden, Unternehmen, Institutionen, Privatkunden) und vermittelnde Agenturen, und beschreibt die bewährten Vorgehensweisen im Dienstleistungsprozess Übersetzen und Dolmetschen. Es ist ein Nachschlagewerk und Referenzhandbuch für alle, die Antworten auf ihre speziellen Fragen suchen, für alle, die wissen möchten, welche Anforderungen ihr Gegenüber hat, für alle, die über den Tellerrand ihrer Tätigkeit hinausblicken und sehen wollen, wie andere es machen. Das vorliegende Buch ist kein Existenzgründungsleitfaden – die Best Practices legen vielmehr die Standards der Branche zu Vorgehensweisen beim Übersetzen und Dolmetschen dar.
Ergänzt wird das 400 Seiten starke Werk um praktische Checklisten, die als ZIP-Datei heruntergeladen und für den eigenen Gebrauch angepasst werden dürfen.
 

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Karneval weltweit

Karneval weltweit
Vom  11. November bis zum Faschingsdienstag wird ja traditionell in Deutschlands Karneval- und Faschingshochburgen die närrische Zeit gefeiert.
Doch auch beim Karneval gilt: „Andere Länder, andere Sitten“.
Dabei herrscht allerdings Einigkeit darüber, dass der Karneval als 5. Jahreszeit ein Fest zum Feiern und Fröhlichsein ist.
In vielen Ländern feiern die Menschen ausgelassen mit den unterschiedlichsten Bräuchen.
Karneval in Venedig
Eine der berühmtesten Karnevalhochburgen ist sicherlich Venedig. Der „Carnevale di Venezia“ geht wahrscheinlich auf ein Freudenfest zurück, das im 16. Jahrhundert nach der Pest-Epidemie gefeiert wurde, und erstreckt sich über zehn Tage bis zum Fastnachtsdienstag. Im Mittelpunkt beim venezianischen Karneval stehen die berühmten Masken, die auf das Theater „Commedia dell` Arte“ des 16. bis 18. Jahrhunderts zurückgehen. Zu den bekannten Figuren und Kostümen gehören beispielsweise der Harlekin, der Hanswurst mit kegelförmigem Hut, der Schurke mit grünfarbigem Gesicht oder der Doktor, der schwarz gekleidet ist und eine Maske mit Schnabelnase trägt. Höhepunkte des Karneval in Venedig sind die Maskenbälle in der Lagunenstadt, die am Faschingssamstag und Fastnachtsdienstag gefeiert werden.
Karneval in Rio de Janeiro
Der Karneval im brasilianischen Rio de Janeiro steht ganz im Zeichen der Samba. Die diversen Sambaschulen der Region bereiten sich während des ganzen Jahres auf den Karneval vor. Auf riesigen Motivwagen stellen die Schulen und Vereine mit tausenden von Mitwirkenden bestimmte Themen dar, beteiligen sich in phantastisch bunten, glitzernden, sehr knappen Kostüme an den prächtigen Paraden. Auch die vielen Trommler, die zu jeder Schule gehören, versetzen Mitwirkende und Zuschauer in Ekstase. Die heißen Samba-Rhythmen, die abwechslungsreichen Show-Effekte, der knisternde Sexappeal verwandeln Rio für einige Tage in einen magischen Ort. Dann wird der Sieger mit einer Karnevalskrone gekürt und ist ein Jahr lang der Stolz des ganzen Landes.
Karneval in New Orleans
Spektakulär geht es an Karneval auch im amerikanischen New Orleans zu. Die Narren der Südstaaten feiern traditionell am so genannten Mardi Gras (fetter Dienstag). Mit prächtigen Kostümen und großen Umzügen wird hier am letzten Tag vor Aschermittwoch noch einmal richtig Fasching gefeiert. Wer New Orleans an diesem Tag besucht, sollte im French Quarter oder in der Bourbon Street vorbeischauen, wo sich aufwändig Kostümierte und vermummte Gestalten zum gemeinsamen Feiern versammeln.
Karneval auf Teneriffa
Der Karneval auf Teneriffa ist berühmt und die zweitgrößte Karnevalsveranstaltung der Welt. Als europäisches Pendant zum Karneval in Rio de Janeiro stehen dabei prächtige Kostüme aus Tüll, Seide und Satin mit wippenden Federn, Perlen und Pailletten im Vordergrund.
Die ersten Fiestas feiert man auf Teneriffa bereits im Januar, wobei auch die Karnevalskönigin gewählt wird. Danach nimmt der Karneval mit Umzügen und Tanz seinen Lauf, bis am Aschermittwoch das Fastnachtsende durch die „Beerdigung der Sardine“ besiegelt wird. - Dabei wird ein Fisch aus Pappmaché auf der Plaza de España verbrannt, was an den früheren Beginn der Fastenzeit erinnert, wo Sardinen gegessen wurden.
Mittlerweile sind der Karneval auf Teneriffa und die Karnevalsfeiern auf den anderen Kanaren-Inseln, die ähnlich gestaltet werden, zur Tourismusattraktion geworden und werden teilweise bis zur Karwoche ausgedehnt. Jahr für Jahr kommen viele Schaulustige her, um sich an den halbnackten Inselschönheiten zu erfreuen.
 

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Linguistin als Heldin in Alien-Film

Linguistin als Heldin in Alien-Film

In dem Science-Fiction-Film „Arrival“ sind riesige monolithische Raumschiffe an 12 verschiedenen Orten der Erde gelandet.
Die Regierung und das Militär stehen vor der Frage, wie man sich mit den Außerirdischen eigentlich verständigen soll, über deren Beweggründe man absolut nichts weiß.
Eine Linguistin soll für Verständigung sorgen und wird so zur Retterin der Menschheit.

Die Titelheldin Dr. Louise Banks ist keine Agentin oder Soldatin, sondern eine Wissenschaftlerin, die versuchen soll, mit den außerirdischen Besuchern Kontakt aufzunehmen.
Die Übersetzung  eigentümlicher kreisförmiger Tintenkleckse wird zu einer wahren linguistischen Herkulesaufgabe, da sie unser eigenes Sprachverständnis völlig auf den Kopf stellen.

In dem Film geht es nicht nur um die Frage, wie man Zeichen entschlüsselt, von deren Bedeutung man nicht die allergeringste Vorstellung hat. Es geht um einen der Kernsätze der Linguistik, dass unsere Wahrnehmung der Realität davon abhängt, mit welchen sprachlichen Mitteln wir sie beschreiben.
Laut der Sapir-Whorf-Hypothese formt jede Sprache eine ganz spezifische Wahrnehmung der Welt.

Die Aliens sind hier nur eine Metapher für die Menschen, die trotz modernster Technik und Kommunikationsmöglichkeiten häufig  Verständigungsprobleme haben.

Arrival ist alles andere als ein typischer Science-Fiction-Film. Er kann als Parabel auf die Ansichten und Wertvorstellungen der unterschiedlichen Kulturen verstanden werden und geht in die Tiefe, wird emotional und philosophisch und liefert dem Zuschauer Anstöße zum Nachdenken.
 

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Silvester und Neujahr in Großbritannien

Silvester und Neujahr in Großbritannien

In England ist es nicht üblich, privat ein Feuerwerk zu veranstalten. Das wohl größte Feuerwerk steigt am Londoner Riesenrad «London Eye». Dort versammeln sich Jahr für Jahr hundertausende Menschen, um das pompöse Lichterspiel zu bestaunen. Das Spektakel wird auch live im Fernsehen übertragen.
In manchen Teilen Englands backt man dreieckige Törtchen, die mit Hackfleisch gefüllt und als Geschenke weitergegeben werden.

In England ist es darüber hinaus üblich, daß sich die Nachbarn am Neujahrstag besuchen und gemeinsam selbstgebackenen Kuchen mit Wein verzehren.

In Schottland dagegen serviert man den sogenannten Schwarzen Laib (Black Bun). In gemütlicher Freundesrunde werden Haggis, gefüllte Schafsmägen, verspeist. Das Ganze wird mit reichlich Whisky heruntergespült.

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Silvester in Spanien

Silvester in Spanien

Silvester in Spanien ist ein Ereignis, das einige interessante Traditionen zu bieten hat. Im Kreise der Familie wird hier mit einem ausgiebigen Festschmaus gefeiert, um sich auf den festlichen Abend einzustimmen. Zur Mitternacht begeben sich dann anschließend alle auf die Straße und warten darauf, dass die Turmglocken das neue Jahr einläuten. In der spanischen Hauptstadt Madrid zum Beispiel treffen sich die Menschen im Zentrum der Stadt an der Puerta de Sol und zelebrieren gemeinsam den kommenden Jahreswechsel. Dieses Spektakel wird jedes Jahr landesweit live im Fernsehen übertragen.

Ein ganz besonderer Brauch, der von allen Spaniern praktiziert wird, ist das Weintrauben-Essen um Mitternacht. Während die Turmglocken mit zwölf Schlägen das neue Jahr begrüßen, muss in Spanien zu jedem Glockenschlag eine Weintraube verspeist und sich etwas gewünscht werden. Geschieht dies rechtzeitig bis zum zwölften Schlag, winkt den Spaniern Glück im nächsten Jahr. Wer es allerdings nicht schafft, muss mit großem Unglück rechnen. Anschließend werden die Sektgläser erhoben und angestoßen, allerdings überlassen die Spanier auch hier nichts dem Zufall: ein goldener Ring im Glas soll das Glück im nächsten Jahr positiv beeinflussen.
 

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BDÜ-Fotoausstellung: „Dolmetscher und Übersetzer beim Nürnberger Prozess“

Im Oktober jährte sich das Ende des Nürnberger Prozesses zum sechzigsten Mal. Noch bis Ende Dezember ist aus diesem Anlass die vom Landesverband Bayern konzipierte Ausstellung zur Geburtsstunde des Simultandolmetschens im 2. Stock des Justizpalastes in Nürnberg zu sehen.

Die BDÜ-Fotoschau zeigt Bilder des amerikanischen Armeefotografen Ray D’Addario. Die Fotografien aus den Jahren 1945 bis 1946 dokumentieren die Prozessatmosphäre auf eindrückliche Weise. Dabei legen sie das Augenmerk auf die Arbeit der Dolmetscher und Übersetzer. Alle Bilder stammen aus dem Nürnberger Stadtarchiv und werden in der historischen Fotoausstellung mit dessen Genehmigung gezeigt.

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Internationaler Tag des Übersetzens

Internationaler Tag des Übersetzens
Der internationale Tag des Übersetzens am 30. September 2016 erinnert an die Bedeutung des Übersetzens in einer immer stärker global vernetzten Welt: Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht auf einen in irgendeiner Form übersetzten Text zurückgreifen. Beispielsweise Nachrichten ausländischer Nachrichtenagenturen, die ins Deutsche übersetzt werden, oder ins Deutsche übersetzte Literatur wie Romane und Sachbücher. Die Bedeutung des Übersetzens geht jedoch auch weit über diese Umstände hinaus: Internationale Verhandlungen und Geschäftsabschlüsse sind ohne die Leistung von Übersetzern häufig nicht möglich.
Der Tag des Übersetzens wurde 1991 von der International Federation of Translators (FIT) ins Leben gerufen. Als Datum wählte man den Namens- bzw. Todestag von Hieronymus, einer der begabtesten Sprachgelehrten der alten Kirche. Er übertrug beispielsweise das Alte Testament aus dem Hebräischen ins gesprochene Latein und gilt als Schutzheiliger der Übersetzer. Er starb am 30. September 420 in Betlehem.
Ein Übersetzer ist ein Sprachmittler, der im Gegensatz zum Dolmetscher fixierten und normalerweise schriftlichen Text von einer Ausgangssprache in eine Zielsprache übersetzt. Viele Übersetzer sind nicht fest angestellt, sondern selbständig tätig. Sie erhalten ihre Aufträge entweder direkt von eigenen Kunden oder als freie Mitarbeiter über Agenturen (Übersetzungsbüros), die einen Teil des Honorars für die Vermittlung und Koordination zwischen Kunde und Übersetzer einbehalten.
Übersetzer müssen nicht nur die jeweiligen Fremdsprachen sehr gut beherrschen, sondern auch Kultur und Geschichte der betreffenden Länder kennen und verstehen und über ein ausgeprägtes Gespür für die jeweils typischen Kommunikationsmuster und -techniken verfügen. Von ganz entscheidender Bedeutung ist ferner eine überdurchschnittlich gute Beherrschung der eigenen Muttersprache, da in der Regel in die Muttersprache übersetzt wird. Daneben ist je nach Fachgebiet weiteres sachbezogenes, auch sprachspezifisches Fachwissen, sowie Wissen über die jeweiligen Textsorten unerlässlich.
 

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Feiern Amerikaner Pfingsten?

In Deutschland kennt man den Pfingstmontag als gesetzlichen Feiertag. Außerdem ist das Pfingstfest aus der Kirche bekannt. Doch wird Pfingsten eigentlich auch in anderen Ländern gefeiert - zum Beispiel in den USA? Für die US-Amerikaner hat das Pfingstfest einen etwas anderen Stellenwert als für viele europäische Christen.
Pfingsten ist ein christliches Fest, das jährlich an zwei Feiertagen im Mai oder Juni stattfindet. Weil dieses Fest am 7. Sonntag nach Ostern bzw. genau 7 Wochen nach Ostern gefeiert wird, nennt man es auch das "Wochenfest".  Dieser 7. Sonntag ist gleichzeitig der 50. Tag nach Ostern. Aus dem griechischen Begriff für "fünfzigster" (Tag), Pentekoste, ist das deutsche Wort Pfingsten entstanden.
Engländer und Amerikaner benutzen einen Begriff, der diesen griechischen Wortursprung noch deutlicher macht: Pentecost.
Pfingsten ist kein landestypisches Fest, sondern ein religiöser bzw. christlicher Feieranlass.
Deshalb feiern auch einige christliche Amerikaner - vor allem Katholiken - ein Pfingstfest. Sie nennen es "Pentecost", "Whit Sunday" oder "Whitsun".
Während diese christliche Feier in vielen europäischen Kirchen sehr gängig und populär ist, wird allerdings nicht in allen amerikanischen Kirchen Pentecost begangen. Das hängt vor allem davon ab, ob sich eine Kirche streng an den Kirchenkalender und dessen liturgische Vorschriften hält.
Für einige amerikanische Kirchengemeinden gehört das Pentecost-Fest zu den weniger wichtigen christlichen Feiertagen und wird deshalb sozusagen "übersprungen".
Vielen Amerikanern ist das Pfingstfest kaum geläufig, auch ist der Pfingstmontag anders als in Deutschland in den USA kein gesetzlicher Feiertag.




 

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Hieronymus-Preis des Bundesverbands der Übersetzer und Dolmetscher BDÜ

Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) zeichnet mit seinem Hieronymus-Preis beispielhaftes Handeln von Unternehmen im Bereich der mehrsprachigen Kommunikation aus.

Eine gelungene Kommunikation ist die Basis für erfolgreiche Gespräche, Geschäftsbeziehungen und Vertragsabschlüsse. Die Bereiche, in denen professionelle Übersetzer und Dolmetscher dazu beitragen können, sind vielfältig. Sie reichen von der Übersetzung von Verträgen, Internetauftritten und Handbüchern über das Dolmetschen von Produktvorführungen, die Lokalisierung von Software, das Dolmetschen von Vorträgen, die Begleitung bei Vertragsverhandlungen, die Einführung in eine fremde Kultur, den schnellen Überblick über fremdsprachliche Dokumente bis hin zur mehrsprachigen Präsentation eines Unternehmens.

Viele Unternehmen haben bereits die große Bedeutung kompetenter Sprachdienstleistungen und den Mehrwert des Einsatzes von qualifizierten Übersetzern und Dolmetschern erkannt. Daher verleiht der BDÜ den Preis im Rahmen einer BDÜ-Veranstaltung an ein Unternehmen, das mit seinem Handeln Vorbild in der Branche ist.

Der Heilige Hieronymus gilt als der Schutzpatron der Übersetzer. Der Gedenktag des Heiligen am 30. September wurde 1992 vom internationalen Übersetzerverband FIT zum Weltübersetzertag ausgerufen. Der Gelehrte und Theologe Hieronymus, der von ca. 347 bis 420 lebte, übersetzte die Bibel in das Sprechlatein seiner Zeit. Bis zu diesem Zeitpunkt lagen die biblischen Schriften vornehmlich in griechischer Übersetzung und meist hebräischen Originaltexten vor. Das große Werk des Kirchenvaters war über viele Jahrhunderte die offizielle Fassung der Bibel in der römischen Kirche.

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Vorteile der Mehrsprachigkeit


Mehrsprachigkeit hat viele Vorteile

Mehrsprachige Menschen haben weit mehr als nur kommunikative Vorteile. Sie sind länger vor Altersdemenz geschützt, können sich besser konzentrieren und sind sozial kompetenter

Der Junge zögert einen Moment. Der Erwachsene, der ihm gegenübersitzt, hat ihn gebeten, das kleine Auto vom Tisch zu nehmen – aber welches meint er bloß? Das kleinste der drei Autos, die dort stehen, kann der Erwachsene nämlich gar nicht sehen. Es ist aus seiner Perspektive versteckt hinter einer kleinen Wand. Der Junge ist vier, und die Entscheidung fällt ihm nicht leicht. Am Ende aber nimmt er das mittelgroße Auto – also jenes, das der Erwachsene ihm gegenüber wohl für das kleine hält.

Was in diesem Experiment der Psychologin Katherine Kinzler von der University of Chicago getestet wird, ist die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen. Dieser schwierige Perspektivenwechsel, so das gerade veröffentlichte Ergebnis, gelingt manchen Kindern besser als anderen – und zwar jenen, die mehrsprachig aufwachsen. In Kinzlers Definition heißt das: Sie müssen sich entweder täglich in verschiedenen Sprachen verständigen oder ab und zu eine zweite oder dritte Sprache im Alltag hören, etwa von einem Babysitter oder den Großeltern. Schon ab einem Alter von zwei Jahren, so zeigt Kinzlers Forschung, sind mehrsprachige Kinder besser darin, sich in die Perspektive von anderen hineinzuversetzen.

Die Idee davon, was Mehrsprachigkeit bedeutet und was sie mit dem Gehirn macht, hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch verändert. Lange sahen auch Experten es eher kritisch, wenn Kinder im Alltag mit mehreren Sprachen jonglieren mussten – in deutschen Städten immerhin die Hälfte aller Grundschüler. Doch inzwischen weiß man, dass Mehrsprachigkeit kein Problem für das menschliche Gehirn ist. Ja mehr noch: Sie ist ein großer Glücksfall. Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass Mehrsprachige Vorteile haben, die weit über das größere Sprachvermögen hinausgehen. Sie können sich besser konzentrieren und Konflikte lösen, sich besser in andere hineinversetzen. Ihr Gehirn ist viel flexibler, bis ins hohe Alter. Und davon profitieren nicht nur jene, die von Geburt an zwischen Sprachen umschalten – sondern auch jene, die es erst als Erwachsene tun.

"Mehrsprachige müssen, wenn sie eine Sprache sprechen, die andere unterdrücken, also kontrollieren", sagt Claudia Maria Riehl, die an der Ludwig-Maximilians-Universität München das Institut für Deutsch als Fremdsprache leitet. Denn alle Sprachen, die man kennt, werden Teil eines einzigen Sprachsystems, erklärt sie. Spricht man eine, muss das Gehirn die anderen in den Hintergrund rücken. Schließlich werden alle gleichzeitig aktiviert, sobald das Sprachzentrum aktiv wird.

Um die jeweils konkurrierende Sprache in Schach zu halten, entwickelt das Gehirn von Mehrsprachigen früh sehr gute "kognitive Kontrolle", wie Wissenschaftler es nennen. Das gelingt, indem in bestimmten Bereichen des Gehirns, die für die Steuerung der Sprache verantwortlich sind, ab dem Kleinkindalter mehr graue Substanz angelegt wird, also mehr Nervenzellen.

Das macht diese Areale des Gehirns, den Nucleus caudatus und den Anterioren cingulären Cortex (ACC), viel leistungsfähiger. Doch diese beiden Bereiche sind nicht nur Teil des Sprachsystems, sondern auch anderer wichtiger Systeme. Etwa jener, die Aufmerksamkeit fokussieren, Konflikte lösen, Empathie ermöglichen oder Impulse unterdrücken. All diese Fähigkeiten profitieren also mit, sagt Riehl. So zeigen Untersuchungen, dass der ACC bei Mehrsprachigen viel weniger aktiv werden muss als bei Einsprachigen, um eine schwierige Entscheidung zu treffen.

Diese Vorteile währen ein Leben lang, sagt Holger Hopp, der als Sprachwissenschaftler an der TU Braunschweig arbeitet. Doch in bestimmten Phasen profitiert man ganz besonders von dieser Arbeitsweise. "Die Vorteile der Mehrsprachigkeit sieht man vor allem bei Kindern, in der Phase, wenn das Gehirn sich entwickelt, und bei älteren Menschen, wenn die geistigen Fähigkeiten langsam abnehmen", sagt er. Wann immer sich das Gehirn verändert, es wächst oder abbaut, lässt die Dichte der Nervenzellen im Nucleus caudatus und dem ACC das Gehirn effektiver arbeiten, als es das sonst tun würde.

Kindern wie dem kleinen Jungen aus Katherine Kinzlers Versuch hilft das, weil sie so früher lernen, sich in andere hineinzuversetzen, also soziale Kompetenz zu erwerben, ihre Impulse zu kontrollieren und ihre Aufmerksamkeit zu steuern. Und Älteren hilft das, weil es ihr Gehirn vor geistigem Abbau schützt. Denn bei Demenzerkrankungen beginnt der Abbau der Nervenzellen genau in diesen zwei Bereichen. Wer hier mehr Zellen hat, bei dem ist dieser Abbau deutlich verlangsamt. Es ist gut belegt, dass sich bei Mehrsprachigen aus diesem Grund der Beginn der Demenz um bis zu fünf Jahre verzögert.

Wer sich jetzt benachteiligt fühlt, weil er nicht von Geburt an mit zwei oder mehr Sprachen aufgewachsen ist, irrt aber. Denn wenn Forscher heute von Mehrsprachigkeit reden, fassen sie das viel weiter als früher. So wie auch in Kinzlers Experiment geht es nicht darum, mehrere Sprachen von Geburt an zu verstehen und zu sprechen, sondern darum, Erfahrungen mit verschiedenen Sprachen zu machen und aktiv zwischen ihnen hin- und herschalten zu müssen und zu können. "Was Mehrsprachigkeit ist, wird oft falsch verstanden", sagt Claudia Maria Riehl. "Mehrsprachig ist jeder, der flexibel und ohne größere Probleme von einer Sprache in eine andere wechseln kann." Wann man die Sprachen gelernt hat und wie gut man sie versteht und spricht ist dabei gar nicht so ausschlaggebend.

Das haben Wissenschaftler nicht immer so gesehen. Lange galt die Regel, dass Kinder eine Sprache möglichst früh lernen müssen, um sie wirklich zu verinnerlichen. Doch diese Theorie der kritischen Periode werde mittlerweile sehr infrage gestellt, sagt Holger Hopp. Sie habe sich eher in eine andere verwandelt. "Je mehr man eine Sprache spricht und je häufiger man zwischen Sprachen wechselt, desto mehr profitiert man", sagt er. Das Alter sei ein Faktor, aber nicht der wichtigste.

Annick De Houwer, die an der Universität in Erfurt arbeitet, sieht das ebenso. Sie hat in einem riesigen Datensatz mit 5000 bilingualen Kindern zeigen können, dass ein Viertel aller Kinder, die von Geburt an regelmäßig zwei Sprachen hören, nur eine der beiden aktiv spricht. Es sei ein Irrtum, sagt sie, dass frühes Lernen einer Sprache gleich perfektes Können bedeute. Um sich eine Sprache anzueignen, müsse man es vor allem wollen und die Gelegenheit dazu haben. Viele Eltern, die versuchen, ihr Kind zwei- oder mehrsprachig zu erziehen, seien verzweifelt, weil es irgendwie nicht klappt und das Kind an einer Sprache festhält. Im Gegenzug kann es, wie Claudia Maria Riehl sagt, sein, dass man eine Sprache erst spät erlernt, zum Studienbeginn etwa, und durch viel Übung ein eigentlich bilinguales Kind in Wortschatz und Wortfluss bei Weitem übertrifft. Auch dann profitiere man von der kognitiven Kontrolle, die das Gehirn beim Umschalten zwischen den Sprachen einrichtet.

Holger Hopp, der dazu forscht, wie Englisch in der Grundschule gelernt wird, hat allerdings festgestellt, dass die Vorteile von Mehrsprachigkeit nicht immer helfen, wenn sie es könnten – zum Beispiel bei Kindern mit Migrationshintergrund. "Die Vorteile der Mehrsprachigkeit, die man im Labor messen kann, sieht man in der Realität so oft leider nicht", sagt er. Das liege auch daran, dass in der Schule Mehrsprachigkeit oft eher als Ballast und Hindernis für den schulischen Erfolg wahrgenommen werde statt als Ressource. Beim Englischlernen zum Beispiel würde es Kindern mit Migrationshintergrund helfen, dabei auch mit ihrer Muttersprache zu arbeiten – anstatt zu versuchen, diese möglichst auszublenden.

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Felices Pascuas!

Felices Pascuas!

In Spanien kennt man den Osterhasen und seine Eier nicht. Dort geht es weniger kommerziell und dafür viel religiöser und ernster zu. Am Palmsonntag (Sonntag vor Ostersonntag) bringen Kinder selbstgebastelte Palmwedel zur Messe, die dann von einem Priester gesegnet werden. Bis zum Ostersonntag finden im ganzen Land die Osterprozessionen (Samana Santa) statt, die berühmteste ist in Sevilla.

Dabei laufen Mitglieder der frommen Bruderschaft Nazarenos mit spitzen Kapuzen hinter aufwändig geschmückten Jesus- und Heiligenfiguren hinterher. Für Außenstehende sieht das Ganze wie ein Treffen des Ku-Klux-Klans aus. In Madrid, Andalusien und im Baskenland wird am Ostersonntag eine Strohpuppe verbrannt, die Judas symbolisieren soll. Am Gründonnerstag findet in Verges, der Totentanz, statt, eine Aufführung von Männern in Skelettkostümen.

Zum Abschluss der Semana Santa gönnen sich viele Familien in Spanien ein ausgedehntes Festmahl. Auf den Tisch kommt dann der Jahreszeit entsprechend zum Beispiel Lammbraten. Beliebt sind auch Stockfisch und Robiols, also gefüllte Teigtaschen. Ein klassisches Ostergebäck ist die Mona, die vor allem in und um Valencia verbreitet ist. In ihren Brot- oder Kuchenteig ist in der Mitte ein hart gekochtes Ei mit Schale eingebacken. Zu den spanischen Osterbräuchen gehört es, dieses Ei an der Stirn eines Freundes aufzuschlagen und anschließend zu verzehren.
 

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Egg Rolling in den USA

Egg Rolling in den USA

In den USA ist Ostern weniger besinnlich als in vielen europäischen Ländern. Die Traditionen sind aber sonst sehr ähnlich. Der Präsident lädt Ostersonntag Kinder und Eltern zum „Easter Egg Roll" in das Weiße Haus ein. Alle Besucher machen sich nach tausenden Ostereiern im Garten des Weißen Hauses auf die Suche.

Das „Egg Rolling" ist eine europäische Tradition, die einige Länder auch heute noch durchführen. Kinder lassen am Ostersonntag hartgekochte Eier von Hügeln herunter rollen. Dies sollte an den Stein, der sich vor dem Grabe Jesu befand, erinnern, als die Frauen morgens zum Grab kamen. In die USA kam dieser Brauch durch die Briten und wurde dann von vielen amerikanischen Familien in privatem Rahmen übernommen.

Ein weiter Osterbrauch, den die amerikanischen Bürger durchführen, sind die diversen Oster-Paraden. Die größte dieser Paraden führt die Fifth Avenue in New York City entlang. Man vermutet, dass der Brauch daher stamme, dass sich die früheren Einwohner mit neuen Kleidern ausgestattet hatten um dem Ostergottesdienst angemessen beiwohnen zu können. Nach diesem Gottesdienst ging man noch spazieren - um zu sehen und mit den neuen Kleidern gesehen zu werden.
 

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Happy Easter

Happy Easter!

Das Osterfest kennt viele Bräuche – christliche wie heidnische. Auch in England suchen Kinder am Ostersonntag Süßigkeiten und Ostereier, die vom Osterhasen versteckt wurden. In einigen Gegenden werden hartgekochte, buntbemalte Eier kleine Hügel hinuntergerollt. In der englischen Tradition gibt es aber noch weitere Bräuche, die sich teilweise über mehrere Jahrhunderte entwickelt haben.

Karfreitag – Kreuzigungsprozession auf der Victoria Street

Karfreitag ist der Trauertag der Osterfeiertage, weil Jesus an diesem Tag gekreuzigt wurde. Zum Gedenken treffen sich Christen kurz vor Mittag vor der Methodist Central Hall in Westminster. Nach einer Begrüßung durch den Lord Mayor von Westminster und einer Ansprache des Kaplan wird ein hölzernes Kreuz in einem Schweigemarsch über die Victoria Street bis zur Westminster Abbey getragen. Der Prozession folgt ein Gottesdienst.
Hot Cross Bun – traditionelle Osterbäckerei

Einer alten viktorianischen Tradition folgend werden vor der Priory Church of St. Bartholomew the Great, einer Kirche in Londons Cloth Fair nahe U-Bahn-Station Barbican, während des Karfreitags-Gottesdienstes Hot Cross Buns verteilt. Hot Cross Buns sind süße Brötchen mit Rosinen und getrockneten Beeren. Vor dem Backen wird auf der Oberseite des Brötchens ein Kreuz eingeritzt, das nach dem Backen mit Zuckerguss gefüllt wird. Hot Cross Buns wurden traditionell am Karfreitag gegessen, gibt es heute aber während der gesamten Voroster- und Ostersaison.

Easter Day
Höhepunkt des Osterfestes ist der Ostersonntag. Wie in Deutschland veranstalten die Engländer in ihren Gärten Ostereierjagden. Bereits Edward I. verteilte 450 bemalte Eier im Jahre 1290. Heutzutage suchen die Kinder nach gefärbten Hühnereiern oder Schokoeiern. Außerdem sammeln sie Zweige von Weidenkätzchen und berühren sich damit gegenseitig, um Glück für das nächste Jahr zu verschenken. Mittlerweile hat jedoch das Ei seinen Symbolcharakter eingebüßt und wird immer mehr vom Osterhasen verdrängt: Viele Familien lassen ihre Kinder nach einem Schokohasen suchen. Übrigens ist das der deutschen Importschlager zu Ostern: Deutschen Einwanderern schleusten den Osterhasen nach England ein und nun hat sich dieser über die Insel verbreitet.

Trotz der vorchristlichen und christlichen Geschichte ist Ostern heutzutage vor allem ein Familienfest. Deswegen ist das Essen im Kreise der Familie genauso wichtig wie die Suche nach den bunten Eiern. Und das Osteressen besteht in England traditionell aus Lamm mit – wer hätt’s gedacht? – Minzsoße.

Bright Monday
Der Montag ist kein religiöser Feiertag. Die Engländer nutzen ihn deshalb clevererweise für traditionelle Spiele und Wettbewerbe. In vielen Orten Englands werden in den Egg Rolling Competitions Eier von Hügeln gerollt. Je nach Wettbewerb ist der Gewinner derjenige, dessen Ei, welches am weitesten rollte, am längsten heile blieb oder durch es durch ein Tor schaffte. Diese Tradition kennen wir auch in manchen Teilen in Deutschland, denn dieser Brauch reicht noch zurück zur vorchristlichen Zeit. Da das Ei Fruchtbarkeit und Neubeginn symbolisiert, feierten die Heiden die Tag- und Nachtgleiche mit dem Ei als Sinnbild. Ein Symbol, welches das Christentum für ihr Osterfest übernahm. Schließlich brachten Engländer dieses traditionelle Spiel mit nach Amerika. Jedes Jahr veranstaltet der Präsident Obama eine Easter Egg Competition am White House.
 

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Übernimmt Google Translate jetzt die Arbeit qualifizierter Übersetzer und Dolmetscher?

Übernimmt Google Translate jetzt die Arbeit qualifizierter Übersetzer und Dolmetscher?
Ein erschreckendes Beispiel dafür, wie gering die Arbeit qualifizierter Übersetzer von einigen Behörden geschätzt wird, ist die folgende Meldung:

Essener Polizei führt Verhör mit Google Translate

Die Polizei in Essen hat einem Medienbericht zufolge in einem Verhör statt auf einen Dolmetscher auf die Hilfe des Übersetzungsprogramms "Google Translate" zurückgegriffen und damit möglicherweise gegen rechtsstaatliche Prinzipien verstoßen.

    Wie die "Rheinische Post" berichtet, hätten die Beamten bereits am 31. Dezember 2015 einen mutmaßlichen Dieb befragt. Dabei hätten die Beamten auf das Programm zurückgegriffen, heißt es demnach in einem Aktenvermerk.
    Laut Strafrechtsexperten stellen Übersetzungsprogramme keine vorgesehenen Hilfsmittel dar und könnten dazu führen, dass die Aussage des Beschuldigten nicht richtig eingeordnet werden könne, so die "Rheinische Post".

In der Tat haben Übersetzungsprogramm zum Teil erhebliche Mängel, wie folgendes Beispiel zeigt:
Deutsch    Arabisch    Rückübersetzung auf Deutsch (Google)
In welchem Stadtteil wohnen Sie?    ?? ??????? ???? ??????    In der Gegend, wo Sie Leben?
Ihren Personalausweis bitte    ???? ?????    Befriedigen Sie Ihre Identität
Bitte hier unterschreiben    ??????? ???    Melden Sie sich hier
Ist das Ihr Gegenstand?    ??? ?????    Dieser Artikel

Wollen wir hoffen, dass dieses Beispiel aufrüttelt und sich die Erkenntnis durchsetzt, dass eine qualifizierte Übersetzungs- bzw. Dolmetschtätigkeit nicht durch automatisierte Programme ersetzt werden kann.
 

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Weihnachten in England und Spanien

Weihnachten in England
Üppige Dekorationen mit Mistelzweigen, Stechpalme, Lorbeer und Girlanden gehören ebenso zu Weihnachten in England wie ein opulentes Weihnachtsessen.  Traditionell gibt es am 1. Weihnachtstag ein Festmahl mit Truthahn (Turkey) in England, der entweder mit Backpflaumen und Äpfeln oder Hackmasse und Brot gefüllt wird. Neben dem Truthahn gehören auch der typisch englische „Christmas Pudding“ oder „Plum Pudding“ sowie Eierpunsch zum Weihnachtsessen dazu. Während des Weihnachtsessens tragen die Engländer häufig Papp-Hüte und zünden Knallfrösche.
In England bringt der Weihnachtsmann, der meist als Father Christmas und seltener als Santa Claus bezeichnet wird, die Geschenke. Wie bei den Amerikanern heißt es auch in England, dass der Weihnachtsmann in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember mit seinem Rentierschlitten unterwegs ist, durch die Kamine der Häuser rutscht und Geschenke in den meist am Kaminsims aufgehängten Strümpfen hinterlässt. Die typischen Weihnachtsstrümpfe (stockings) sind relativ lang, weihnachtlich verziert und oft mit dem Namen der Besitzer versehen. Das Auspacken der Weihnachtsgeschenke findet in England am Morgen des 25. Dezembers statt.
Traditionell sitzt die Familie am 25. Dezember gegen 15:00 Uhr vor dem Fernseher, um sich gemeinsam die jedes Jahr stattfindende Weihnachtsansprache der Queen anzuschauen.
Der zweite Weihnachtstag heißt in Großbritannien auch Boxing Day. An diesem Tag werden häufig Freunde und Bekannte besucht oder er wird genutzt, um sich bei bestimmten Menschen zu bedanken. Bedacht werden vor allem jene Zeitgenossen, die tagein tagaus für einen reibungslosen Alltag sorgen. An Weihnachten verteilen viele Briten daher zum Beispiel an ihren Briefträger oder auch an die Männer von der Müllabfuhr kleine Geschenke. Außerdem bedenken viele Menschen an diesem Tag auch Arme und Bedürftige
Weihnachten in Spanien
Weihnachten ist wie in Deutschland auch in Spanien ein sehr wichtiges Familienfest, allerdings gibt es einige Traditionen, die in Deutschland weniger bekannt sind.
Am 24. Dezember, der Heilige Nacht, in Spanien „Noche Buena“, versammelt sich die ganze Familie zu einem ausgewogenen Abendessen. Eine spanische Weihnachtsspezialität ist das „Turrón“, welches aus gerösteten Mandeln, Zucker, Honig und Eiern hergestellt wird und bei diesem Festessen natürlich nicht fehlen darf. Nach dem Essen wird die „Urne des Schicksals“ auf den Tisch gestellt. Darin befinden sich viele kleine Geschenke, aber auch Nieten. Jeder zieht dann solange, bis er ein Geschenk bekommen hat.
Die Bescherung der Kinder findet in Spanien erst am Dreikönigstag am 6. Januar statt. Die Heiligen Drei Könige sind hier die Gabenüberbringer, weshalb in vielen Orten des Landes am 5. Januar die Ankunft der Heiligen Drei Könige mit einem feierlichen Umzug und Aufführungen begangen wird. Wie in Italien ist es auch in Spanien üblich, dass die unartigen Kinder anstatt eines Geschenkes Kohlestücke vorfinden.
Mittlerweile kommt es auch in Spanien zur Vermischung der Weihnachtsbräuche, so sind heutzutage stellenweise Weihnachtsbäume und der Weihnachtsmann als Gabenbringer am Heiligen Abend Usus. 
 

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Was taugen Google Translate & Co.?

Übersetzerverband diskutiert: Was taugen Google Translate & Co.?

Automatische Übersetzungsprogramme sind überall im Internet und auf Smartphones zu finden. Doch wie gut sind die Programme und worauf ist bei der Nutzung zu achten? Die Sprachgruppe Italienisch des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) in Bayern lädt im Rahmen vom Italienischen Straßenfest in München am 27. Juli zur Podiumsdiskussion ins HVB Forum ein. Mit Experten aus Praxis und Lehre diskutieren sie über das Thema: „Automatisierte Übersetzung – Zukunft oder Utopie?“. Sie gehen unter anderem der Frage nach, was maschinelle Übersetzungsprogramme taugen, auch für Italienisch, und was die Neuerungen für den Berufsstand der Dolmetscher und Übersetzer bedeuten.

„Aktuelle Entwicklungen können und wollen wir nicht aufhalten“, so Podiumsteilnehmerin Bea Luz, Mitglied der BDÜ Sprachgruppe Italienisch und Konferenzdolmetscherin für die italienische Sprache. „Wir wollen über Chancen und Risiken der kostenlosen Übersetzungstools aufklären.“ Entscheidend sei die Art der Nutzung. Für den Privatgebrauch, zum Beispiel für die grobe Übersetzung einer Facebook-Nachricht von italienischen Freunden, seien kostenlose Tools praktisch. Allerdings sollte man ausreichende Sprachkenntnisse haben, um Übersetzungsfehler zu erkennen. Für den geschäftlichen Einsatz seien die kostenlosen Programme aber unbrauchbar, denn fehlerfrei arbeite bisher kein System. Dann seien Missverständnisse und Imageschäden vorprogrammiert.

„Es kommt darauf an, wofür die maschinelle Übersetzung genutzt wird“, meint auch Podiumsteilnehmerin Sara Grizzo. Die Übersetzerin für Italienisch ist ebenfalls Mitglied der Sprachgruppe Italienisch des BDÜ und arbeitet gelegentlich mit maschineller Unterstützung – allerdings mit „Profitools“. Grizzo erklärt: „Professionelle Systeme werden gezielt mit Fachtexten trainiert oder mit Wörterlisten und Terminologie gefüttert. Sie brauchen intensive Pflege.“ Mit solchen Systemen arbeiten Unternehmen, die ein großes Übersetzungsvolumen haben und für die eine Anschaffung der Software lohnt. Die Nutzung funktioniert nur bei Texten, die stark standardisiert sind, wie beispielsweise technische Handbücher. Grizzo: „Für die meisten anderen Textsorten wie Marketingtexte, Verträge oder Literatur sind auch die Profitools nicht geeignet.“

Neue Berufsbilder

Die technischen Neuerungen verändern den Beruf und bringen neue Berufsbilder mit sich. Mit auf dem Podium sind Prof. Dr. Felix Mayer, Präsident der Hochschule für Angewandte Sprachen und Direktor des Sprachen und Dolmetscher Instituts München (SDI München) sowie Hildegard Schulte-Umberg, Sprachbereichsleitung Italienisch am SDI München. Sie berichten von den Veränderungen in der Lehre und neuen Berufsbildern. So bietet das Institut seit 2013 auch eine Weiterbildung zum Schriftdolmetscher an: Schriftdolmetscher verschriftlichen in Echtzeit gesprochene Inhalte, um hörgeschädigten Menschen volle Teilhabe zu ermöglichen. Weitere Podiumsteilnehmer bringen ihre Perspektive aus der Praxis ein: Barbara Wagner, Senior Translator bei SDL Germany, einem Anbieter von professioneller Übersetzungssoftware sowie Heike Leinhäuser, Geschäftsführerin von Leinhäuser Language Services und gleichzeitig Präsidentin von „Qualitätssprachendienste Deutschlands“ (QSD), Verband für Übersetzungsunternehmen in Deutschland. Auch die Moderatorin der Podiumsdiskussion ist vom Fach: Ruth Kritzer ist Konferenzdolmetscherin für Englisch und 1. Vorsitzende des Verbands der Konferenzdolmetscher (VKD) im BDÜ.

Natürlich diskutiert das Podium auch über die Frage, ob Übersetzer oder Dolmetscher in Zukunft überflüssig sind. Für Konferenzdolmetscherin Bea Luz ist die Antwort klar: „Keine Maschine übersetzt bisher fehlerfrei. Dafür ist die menschliche Sprache zu komplex. Ich denke, ein Computer wird es niemals schaffen, Untertöne, Feinheiten oder kulturelle Unterschiede rüberzubringen. Der Mensch wird immer gebraucht.“

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Karnevalsbräuche aus aller Welt

Karnevalsbräuche aus aller Welt
Zur Karnevalszeit feiert man nicht nur in den deutschen Hochburgen Düsseldorf, Köln und Mainz ausgelassen. In Italien geht es hoch her bei einer Orangenschlacht, auf Teneriffa liefern sich Männer ein Wettrennen in Highheels und in Finnland feiert man draußen beim Schlittenfahren.

Italien: Orangen-Schlacht: Während bei uns in Deutschland in aller Regel kleine Bonbons bei den Rosenmontagsumzügen in die Menge geworfen werden, geht es bei der "Battaglia delle arance" in Ivrea in Italien zünftiger her: Am Sonntag vor Aschermittwoch liefern sich zwei gegnerische Parteien, insgesamt rund 3000 Teilnehmer eine Schlacht mit Orangen. Die Zitrusfrüchte werden den Gegnern regelrecht um die Nase geworfen, so dass zum Ende des Gefechts der Boden mit einem Teppich aus zerfetzten Orangen übersäht ist. Ein Spektakel - auch für die Zuschauer.
Teneriffa: Männermarathon und Sardinenbegräbnis: Auf der gesamten Kanareninsel wird Karneval kräftig gefeiert, am ausgiebigsten jedoch mit Abstand in der Inselhauptstadt Puerto de la Cruz. Es gibt farbenfrohe Umzüge, allerlei Stände mit Süßigkeiten und zwei kuriose Events, die man nicht verpassen sollte: Männer liefern sich ein Wettrennen auf Stöckelschuhen - und ein Begräbnis der Sardine. Eine aus Pappe und Lumpen gefertigte Sardine wird auf einem Thron durch den Ort getragen, begleitet von einem Trauermarsch, und anschließend verbrannt.
Großbritannien: Royal Shrovetide Football: Am Faschingsdienstag und am Aschermittwoch gibt es in der Grafschaft Derbyshire nur noch ein Thema: Fußball. Das traditionelle Kicken findet wohl bereits seit dem 12. Jahrhundert statt. Das Besondere: Das Spielfeld misst knapp fünf Kilometer, die Teilnehmerzahl ist unbegrenzt - und Regeln existieren so gut wie keine. Gespielt wird mit einem mit Kork gefüllten Lederball - und das nahezu zwei volle Tage lang. Zwei Partien mit jeweils acht Stunden Spielzeit sind angesetzt, dabei wird der Ball auch mal durch den Ort gekickt, in dem die Schaufenster vorsichtshalber verbarrikadiert sind. 2003 eröffnete Prinz Charles das ungewöhnliche Turnier.
Finnland: Faschingsdienstag ist Schlittentag: Die finnische Variante des Faschingsdienstags heißt "Laskiainen" und wird mit einer sportlichen Aktivität gefeiert: Die meisten Finnen düsen mit einem Schlitten oder einem Toboggan (kufenloser Schlitten) über die Pisten. Als warme Stärkung für zwischendurch kommt traditionell eine Erbsensuppe auf den finnischen Tisch - und als süße Stärkung gibt es Laskiaispulla, eine Art Heißwecke mit Sahnefüllung.

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Valentinstag in aller Welt

Wussten Sie, dass der Valentinstag seinen Ursprung in England hatte? Im 15. Jahrhundert wurden dort Liebesgedichte und Geschenke von Valentins-Paaren ausgetauscht. Später brachten Auswanderer den Brauch nach Amerika. Doch so wie wir den Valentinstag heute kennen, als Tag der Liebenden mit vielen Rosen und romantischen Geschenken, wird er nicht auf der ganzen Welt zelebriert.

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